21 Mal Ultra Music Festival: Das ist die Geschichte des Mega-Events!

Ultra Music Festival startet zunächst als Ultra Beach Music Festival

Als Russel Faibisch und Alex Omes 1999 das erste Ultra veranstalten, ist die Szene in den USA noch klein und schwer zugänglich. Während Hip-Hop und Rock die Radiosender dominieren, gibt es Trance und Techno nur in wenigen Clubs in Amerika. Um in diese Discos reinzukommen, müssen Besucher 21 Jahre oder älter sein.

Somit war ein großer Teil des Publikums des UMFs vollkommen unvorbereitet auf das, was sie bei dem Event am Strand von Miami erwarten sollte. Paul van Dyk, Josh Wink und Armand van Helden heizen am 13. März 10.000 Besuchern dann so richtig ein, trotzdem sind Faibisch und Omes am Ende des Festivals 20.000 Dollar in den Schulden.

“I remember there were wind problems, and i remember we were all playing vinyl at the time. […] The needle and the records were lifting off the players because of how much wind (there was). But people were understanding, it was a really great time!”

Da man aber aus seinen Fehlern lernt, entscheiden sich die beiden Veranstalter, ihr Projekt fortzuführen um es noch besser zu machen. Unter anderem finden sich dann auf dem Plakat für das Festival nach der Jahrtausenwende keine Rechtschreibfehler mehr wieder. Das Ultra Music Festival Nummer 2 wird zu einem riesigen Erfolg, 2001 folgt dann der Umzug in den Bayfront Park.

Tiesto zieht das Festival mit sich

Anfang der 2000er ist dann Trance gerade in aller Munde und mit dem Genre natürlich auch dessen größter Star: Tiesto. Der Niederländer weiß es, das Publikum in Miami zu begeistern. Zeitgleich mit seinem Auftritt bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 2004 in Athen explodiert die Szene der elektronischen Musik weltweit. Dementsprechend wächst auch das Ultra Music Festival. 

In der Mitte des ersten Jahrzehnts der 2000er verdrängen dann Live-Acts wie The Prodigy und The Black Eyed Peas die Trance DJs und die anderen Genres auf die Nebenbühnen. Dabei wird besonders die von Carl Cox geleitete Bühne zu einem Showcase zukünftiger Größen. So feiern beispeilsweise Fedde le Grand und David Guetta 2008 im riesigen Partyzelt der Techno-Legende ihr Ultra-Debüt. 

Inzwischen findet das UMF auch nicht mehr im Bayfront Park, sondern im Bicentennial Park statt. 2007 erstreckt sich das Ultra Music Festival auch das erste Mal über zwei Tage. Dabei zählt die inzwischen riesige Open-Air Party über 50.000 Besucher. 

Die weltweite Explosion von EDM beeinflusst Ultra

2010 und 2011 werden von Afrojack als “The Golden Age, […] the worldwide explosion of EDM” bezeichnet. In diesen Jahren zogen House und EDM DJs wieder vermehrt auf die Mainstage des Ultra Music Festivals und machten das Festival extrem erfolgreich. So war Ultra 2011 das erste Mal mit gut 100.000 Besuchern wirklich ausverkauft.

David GuettaAvicii und die Swedish House Mafia haben zu dieser Zeit weltweit Nummer-1-Hits und schaffen es Popstars mit zu sich auf die Bühne zu ziehen. Dadurch wird auch die Szene und mit ihr das Festival für ganz neue Zielgruppen interessant. Besonders diese drei Acts werden Anfang dieses Jahrzehnts zu “Rockstars”, wie John Digweed sie treffend beschreibt.

2013 dann einer der Meilensteine des Events: Das legendäre Schweden-Trio aus Axwell, Steve Angello und Sebastian Ingrosso spielen das vorerst letzte Mal zusammen auf der Mainstage in Miami. 2018 folgt dann die Rückkehr des Trios und das Ultra macht erneut mit dem größten Coup des Jahres weltweit Schlagzeilen. 

Für diese sorgt dann Mitte 2018 aber auch der Streit um die Location des UMFs – den das Event am Ende verliert. Nun geht es 2019 auf Virgina Key, die Veranstalter scheinen darüber nicht traurig zu sein. Ob der neue Ort aber mit dem urbanen Bayfront Park mithalten kann, bleibt abzuwarten. 

Und jetzt? 

Stand 2019: Das Festival aus Miami hat es von einem kleinen Open-Air am Strand mit ein paar Underground DJs zu einer der treibenden Kräfte in einer Milliarden-Dollar schweren Industrie und Szene geschafft. Anders gesagt: Ultra ist ein globals Phenomenon!

Was bei Ultra läuft, ist cool. Was bei diesem Festival passiert, das wird von anderen Festivals nachgeahmt werden. Deswegen ist das Ultra Music Festival ein Muss für Jeden, der auf elektronische Musik steht, der sie liebt. Denn wer genau hinschaut, der wird hier schon sehen, was spätestens nächstes Jahr in aller Munde ist, was alle Feiern. 

Hut ab, Russel Faibisch und Alex Omes! Euer Festival schreibt seit Jahren Geschichte. Macht weiter so und wir versprechen: Die Augen der gesammten Szene werden weiterhin jedes Jahr auf euch gerichtet sein.

Fotocredits: Carl Cox