Darum nervt uns selbst unser Lieblingssong irgendwann

Wenn der Flow-Effekt einsetzt

Oft ist es eine Erinnerung an besondere Momente, die einen magischen Effekt hervorrufen. Sei es die Erinnerung an die letzte Party, die Hymne des Urlaubs oder die schöne Zeit, die ihr mit eurem Partner verbringt. Es ist unumstritten: Musik löst in jedem von uns bestimmte Gefühle aus.

Dieser sogennante “Flow-Effekt” sorgt vor allem dafür, dass wir sämtliche Alltagssorgen vergessen können. Sicher kennt ihr dieses Gefühl der Freiheit auch vom Sport oder Kontakt mit vertrauten Menschen. Die Welt steht kurz still und ihr könntet gerade nicht glücklicher sein.

Kommen wir nun aber zur anderen Seite der Medaille, denn jedem geht selbst das tollste Lied irgendwann auf die Nerven. Hierzu führen mehrere Faktoren wie Musikpsychologe Michael Bonshor der University of Sheffield in einem Interview mit welt.de preisgab.

Eine Ursache für das Problem ist neurobiologisch begründet, da im Gehirn mehrere Teile betroffen sind, wenn wir Musik hören. Bereits beim Klicken des Play-Buttons steigt die Vorfreude ins Unermessliche. Im Nucleus caudatus, einem Teil des Belohnungsystems im Gehirn, wird Dopamin ausgeschüttet. Der Nukleus accumbens wiederum sorgt dann dafür, dass beim Hören Endorphine ausgeschüttet werden.

Musik wirkt wie eine natürliche Droge

Wie aber bei vielen anderen Dingen, die wir im Überfluss genießen, geht irgendwann der Reiz verloren. Wenn wir also unseren Lieblingssong ständig hören, werden durch die Gewohnheit keine Endorphine mehr ausgeschüttet. Die Belohnung fällt aus und wir sind nicht mehr angetan.

Einzig allein die Komplexität des Songs kann dem entgegenwirken. Vollkommen logisch, denn bei einfach gehaltenen Songs kennt man bald alle Elemente, es wird langweilig und es ist nicht mehr erfrischend. 

Was du tun kannst

Natürlich wollen wir tunlichst vermeiden, dass uns der neue Song so schnell wieder auf die Nerven geht. Das funktioniert relativ einfach, indem du das Lied bewusst genießt und nicht in Dauerschleife Tag für Tag hörst.

Achte auf die Songstruktur und die Elemente, die nicht ganz so offensichtlich sind um den “Flow-Effekt” möglichst lang aufrecht zu erhalten. Versuche das doch mal bei deinem aktuellen Lieblingssong und verrate uns welcher es ist und warum gerade dieser dich so sehr fesselt.

Credits: welt.deMichael Bonshor