Macon: „Ich wurde 2023 auf Soundcloud mehr gestreamt als Skrillex“

Macon im exklusiven DJ Mag Germany Interview

Hey Marco! Verfolgt man dein TikTok und Instagram, so kann man definitiv sagen, dass 2023 sehr viel in deiner Karriere passiert ist. Erzähl uns gerne mal, wie es dir geht und wie du auf das Jahr zurückblickst. 

Macon: Puh, das war auf jeden Fall das spannendste Jahr meines Lebens! Zumindest bis jetzt. Neben all den Tracks fing auch der Live-Sektor an zu wachsen. Da erst einmal eine richtig gute Show auf die Beine zu stellen, die auch vor 20.000 Menschen, wie beim Unseen Festival in Bangkok, Thailand funktioniert, war anfänglich schwer. 

Musikalisch bist du 2024 bereits mit einer Collab mit VIZE gestartet, nun folgt deine nächste Solo-Nummer „Stolen Dance“ – ein Remix des weltbekannten Milky Chance-Klassikers. Warum hast du ausgerechnet diesen Track gewählt, um ihm deine HYPERTECHNO-Vibes zu verleihen?

Macon: Die ehrliche und echte Antwort ist, dass ich zu dem Song halt online alle Parts gefunden hatte. Natürlich verbinde ich aber auch viele Emotionen aus meinem eigenen Leben mit dem Song. Ich glaube, „Stolen Dance“ war noch solch ein Song, der mich nicht nur als Produzent erreicht hat. Und dann war es schon so weit: Ein paar Kicks und Subs später hatten wir meinen Remix, haha.

Macon: „Be unique & don’t try to copy someone“

Du wurdest bei Soundcloud zum „Top Streamed Artist“ 2023 im Genre Electronic gekürt. Die Menschen sind verrückt nach deiner, vor allem auch unveröffentlichten, Musik. Was glaubst du, warum HYPERTECHNO gerade so den Nerv der Zeit trifft?

Macon: Das war natürlich wirklich krass. Mehr gestreamt worden zu sein als ein Skrillex, der zwei neue Alben gedroppt hat, konnte ich selbst erst mal nicht glauben. Ich denke, HYPERTECHNO verbindet das, was die Leute gerade auch so sehr an „normalem“ Techno fühlen, aber macht es einfach zugänglicher, mit bekannten Melodien und gefeierten Vocals.

Inzwischen gibt es einige weitere Artists und Newcomer, die auf das HYPERTECHNO-Boot aufspringen. Wie versuchst du dich mit deinen Tracks und IDs zu unterscheiden?

Macon: Ja, das ist echt ein Ding. Ich habe natürlich gehofft, dass HYPERTECHNO groß wird, aber nicht damit gerechnet, dass binnen neun Monaten gefühlt einfach jeder weiß, was das für ein Genre ist (danke an dieser Stelle auch an Niklas & Luca, haha). Damit einhergehend war natürlich, dass jeder jetzt irgendwie auch diesen Sound produzieren will. Ich bleibe also jetzt bei dem, was mich überhaupt erst zu HYPERTECHNO gebracht hat und das ist: „Be unique & don’t try to copy someone“.

Auf Producer-Ebene hast du ja nicht nur dein eigenes Musikprojekt bestückt, sondern warst unter anderem auch schon für Kx5 (Kaskade und deadmau5) tätig. Das Album „Kx5“, an dem du mitgewirkt hast, wurde nun sogar für den Grammy nominiert. Wie hast du reagiert, als du davon erfahren hast?

Macon: Ich hab’ es ganz ehrlich erst mal nicht geglaubt. Ich dachte: „Naja, das ist dann irgendwie so, dass die Artists selbst die Nominierten sind, aber nicht ich“ – bis mir dann drei verschiedene Leute erst einmal erklären mussten, dass ich natürlich auch nominiert bin. Habe damit absolut nicht gerechnet und bin einfach mega froh, dass ich so was wie eine Grammy-Nominierung mit in meine Bio aufnehmen darf. 

Ausblick auf 2024: Das erwartet Macon dieses Jahr

Du hast inzwischen nicht nur europaweit Fans für dich gewinnen können – ebenso Australien ist begeistert von deiner Musik, weshalb du im vergangenen Jahr auch dort getourt hast. Wie sehen deine Tourpläne für 2024 aus? Welche großen Highlights hast du schon in Aussicht?

Macon: Es geht dieses Jahr auch wieder raus aus Europa für mich. So viel darf ich schon sagen. Ich weiß natürlich schon, auf welchen Bühnen man mich bald sehen kann in Deutschland wie auch in anderen Ländern und kann nur sagen: Das wird einfach wild. Ich freue mich so sehr auf jede einzelne Show, die jetzt kommt und bin mir sicher, dass wir uns da bestimmt auch noch das eine oder andere Mal treffen werden. 

Wenn du dir drei Wörter aussuchen kannst, die dich 2024 begleiten sollen, welche sind das und warum?

Macon: Liebe, Songs, Bass.

Liebe, weil sie das ist, was hier den Bums am Laufen hält und der Support, den ich täglich bekomme. Ohne das alles wird dieses Jahr unmöglich!

Songs, weil ich dieses Jahr meinen Fokus mehr auf eigene Writings legen möchte, um HYPERTECHNO für alle auch weiterzuentwickeln.

Und Bass, weil wer mag keinen Bass? Je mehr Bass wir auf den Shows haben, desto besser, haha!

Fotocredit: Jomothan

Robin Schulz: „Die Show in Osnabrück ist mein absolutes Highlight im Sommer!“

Robin Schulz im exklusiven DJ Mag Germany Interview  

Hi Robin & Happy New Year! Dein Start ins neue Jahr sah auf Insta ziemlich spektakulär aus: Du hast mit Dimitri Vegas und Topic im FIVE Palm Jumeirah Hotel in Dubai aufgelegt, hab ich gesehen. War das Zufall, dass Ihr alle da wart und du hast die Jungs spontan hinters DJ-Pult geholt oder wart Ihr alle gebucht für den Abend?

Robin Schulz: Das B2B2B Special war mehr oder weniger spontan. Topic wohnt ja in Dubai und Dimitri spielt auch häufiger im Penthouse (Anmerkung der Redaktion: Rooftop Lounge & Nightclub im FIVE Palm Jumeriah). Ja, war aber ein sehr lustiger Abend!

Ich nehm mal an, dass Ihr (also du und Topic) in der Nacht auch schon eure neue Single „One By One“ vorgestellt habt, die heute erscheint. Erzähl unseren DJ Mag Germany Lesern doch gerne mal ein bisschen über den Track.

Robin Schulz: Klar, gerne. Nach der Single „Oxygen“ ist es schon meine zweite Single mit der schwedischen Sängerin Winona Oak und das hat einen Grund: Ihre Stimme ist einfach der absolute Wahnsinn! Im Laufe der Produktion habe ich den Song an Topic geschickt und gefragt, ob er Lust hat, mit dran zu arbeiten. Er war direkt am Start und von da an ging alles ziemlich fix.

Ihr hattet vorher mit „In Your Arms“ schon einen gemeinsamen Song und lebt / arbeitet jetzt beide in Dubai. Wie muss man sich den Alltag dort so vorstellen? Was ist anders?  

Robin Schulz: Hier scheint einfach immer die Sonne! Das ist der größte Unterschied und ich denke für die meisten Leute der Grund, hier so viel Zeit zu verbringen oder hier zu leben! Der Alltag an sich ist eigentlich nicht anders als in Deutschland.

In deinen Insta Stories nimmst du deine Fans gerne mal mit Shoppen. Während der Pandemie haben sich vor deiner Haustür die Amazon Pakete gestapelt. Im September warst du dann in Dubai shoppen und hast – was war das? – einen 2 m langen Kassenbon in deiner Insta Story präsentiert?

Robin Schulz: (lacht) Ich glaube, das war kein Kassenbon, sondern Token!

Da hast du dich so gerade noch mal rausgerettet. In Dubai kann man natürlich noch viel mehr machen als nur Shoppen: Jetcar fahren. Oder Quadfahren in der Wüste. Topic hat dich gefilmt, wie du im Sand festgesteckt hast.

Robin Schulz: Genau, das war fürs Musikvideo von „One By One“, das heute Nacht online gegangen ist. Aber ich möchte zu meiner Verteidigung sagen: Topic hat sich auch festgefahren!

Schreib ich mir mal auf die Bucketlist. Was steht auf deiner?

Robin Schulz: Über die beruflichen Dinge kann ich gerade noch nicht allzu viel verraten. Es kommt auf jeden Fall was Neues (grinst). Privat stehen die Polarlichter ganz oben auf meiner Bucketlist!

Oh cool. Martin Garrix war auch gerade im Januar in Finnland, um die Polarlichter zu sehen. Ich fühl mich gerade im verschneiten Deutschland auch ein bisschen als wär ich in Finnland. Gibt es irgendwas, was du an Deutschland vermisst, seit du in Dubai wohnst?   

Robin Schulz: Definitiv das Essen! Auf die klassische deutsche Küche freu ich mich immer, wenn ich in der Heimat bin.

Du kommst ja diesen Sommer wieder ein paar Mal vorbei: Du bist als Headliner fürs Tante Mia Tanzt Festival (9. Mai 2024) angekündigt und fürs Schlossgarten Open Air in deiner Heimatstadt Osnabrück – das ist schon special, oder?

Robin Schulz: Auf jeden Fall. Die Show in Osnabrück ist mein absolutes Highlight im Sommer! Nach so langer Zeit mal wieder da zu spielen, wo alles angefangen hat. Das wird ein ganz besonderer Gig, an dem wir jetzt schon arbeiten. Man kann auf einige Gäste gespannt sein!

Nice Info, danke! Halt uns da bitte auf dem Laufenden! Das Schlossgarten Open Air mit Robin ist übrigens am 9. August 2024 und die Tickets sind schon im Vorverkauf, falls jemand zuschlagen will. Ansonsten, klar, ist Robin diesen Sommer garantiert auch wieder auf Ibiza. Dein Lieblingsclub?   

Robin Schulz: Natürlich das Pacha. Das ist quasi mein zweites Zuhause, weil ich hier die vergangenen Jahre im Sommer jeden Donnerstag gespielt habe. Und wie sagt man so schön „Zuhause ist es am schönsten“!

Warum frag ich überhaupt? Wir sehen uns im Pacha – oder im August in Osnabrück! 

Robin Schulz: So machen wir’s. Danke und liebe Grüße. Euer Robin.

Fotocredit: Philipp Gladsome

LUNAX: „Es gibt genug Leute, die nicht immer das Beste für einen wollen”

Sie ist Shootingstar, Powerfrau und zählt zu den erfolgreichsten deutschen Dance-Künstlerinnen: LUNAX. Die 21-Jährige surft auf einer großen Erfolgswelle und hat mit dieser in den vergangenen Monaten nicht nur coole Tracks, Collabs und Remixes releast, sondern ebenso die Festivalbühnen erobert. Wir haben im Interview mit LUNAX über ihre Entwicklung, ihren Kampfgeist und ihre neue Single „Dollar Bills“ gesprochen.

LUNAX im exklusiven DJ Mag Germany Interview

Hey AJ! Danke, dass du dir Zeit für unser Interview nimmst. Zuerst die wichtigste Frage überhaupt: Wie geht es dir?

LUNAX: Hey! Freut mich total, dass ihr mich eingeladen habt! Mir geht es super. Ich hatte einen vollgepackten Terminkalender dieses Jahr und es ist sehr viel passiert. Jetzt hatte ich zwischendurch mal etwas mehr Freizeit und Me-Time, um das Ganze überhaupt zu realisieren und zu verarbeiten. Einfach Wahnsinn!

Schauen wir ein paar Jahre zurück. Wann und wie kam dir der Gedanke, dass du DJ werden möchtest?

LUNAX: Ein Freund von mir hat damals viel produziert und sich dann mal über die Schulter schauen lassen, bis ich es dann selbst lernen wollte. Kurz darauf kam dann der immer stärker werdende Wunsch, auch das Auflegen zu lernen. Ich bin ein kommunikativer Mensch und wollte einfach mehr mit Menschen agieren, statt „nur“ hinter dem Laptop zu sitzen.

Welche Artists haben dich von Beginn an inspiriert und vielleicht sogar deinen Musikstil beeinflusst?

LUNAX: Timmy Trumpet gehört zu meinen größten Vorbildern. Nicht nur, dass ich seinen Sound schon vom Teenie-Alter an abfeiere, vor allem seine Live-Shows inspirieren mich und welche Energie er in seine Gigs hineinbringt und die Crowd begeistert. Als ich ihn das erste Mal selbst live gesehen habe, war es einfach magisch für mich!

Live-Sets voller Energie

Du hast in den vergangenen drei Jahren viele große Meilensteine erreicht und eine riesige Entwicklung gemacht – quasi vom Livestream auf die große Bühne. Wie war der Schritt für dich, plötzlich vor riesigen Menschenmassen zu performen?

LUNAX: Absolut geisteskrank! Ich bin vor meinen Shows immer noch aufgeregt, dann heißt es Stage-Time, du betrittst die Bühne und auf einmal schreien Tausende Menschen los und haben einfach Bock, mit dir zu feiern. Wenn dann der erste Moment vorbei ist und ich weiß, dass die Technik läuft, kann ich mich entspannen und das alles einfach nur zusammen mit den Leuten genießen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl und vor allem ein so schönes, wenn man diese ganze Energie spürt und alle glücklich sind und tanzen. Es heizt mich nur noch mehr an.

Gerade in diesem Jahr hast du einen wirklich wilden Festivalsommer hinter dir – Parookaville, Open Beatz, Electrisize, aber auch als Support-Act bei Scooters Tour warst du unterwegs. Gab es einen bestimmten Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

LUNAX: Ich habe mich schon extrem gefreut, dass ich auf dem Parookaville spielen konnte. Es ist einfach heftig, wie riesig dieses Festival aufgebaut ist. Das war schon ein großer Traum von mir, hier performen zu können. Aber auch meine beiden Support-Shows bei Scooter sind Gigs, die ich niemals vergessen werde. Das war meine bisher größte Crowd und die Leute waren einfach direkt am Start. Es hat so viel Spaß gemacht. Es war auch das erste Mal, dass ich Scooter auftreten gesehen habe. Leute, schaut euch das echt an! Es ist verrückt, wie alle da abgehen!

Musikalisch on fire: LUNAX über ihren Scooter-Remix und neues Release

Apropos Scooter: Im August hast du ebenfalls für die Jungs, genauer gesagt für deren Collab mit Timmy Trumpet einen Remix veröffentlicht – eine Nummer, die zu 100 % für große Festivalbühnen gemacht ist. Was würdest du sagen, verleiht dem Remix den typischen LUNAX-Touch?

LUNAX: Als ich den Original-Track gehört habe, war ich direkt on fire. Ich habe ihn rauf und runter gehört und mir sind direkt selbst Ideen dazugekommen. Der Track gehört einfach in meine Sets und passt so noch besser in den LUNAX-Kosmos. Zudem ist es einfach eine Ehre für mich, dass ich den Remix von zwei so großartigen Künstlern und Vorbildern von mir releasen darf. Ich war total aus dem Häuschen!

Jüngst ist deine neue Single „Dollar Bills“ zusammen mit Sängerin SONJA erschienen. Erzähl uns gerne mehr über den Track.

LUNAX: Der Track macht einfach Spaß und es geht hier um eine gute Zeit, die man sich ohne Rücksicht auf Verluste macht und den Moment genießt. Der Dreh zum Musikvideo hat auch unglaublich viel Spaß gemacht, bei dessen Story wir uns ein wenig von einer Serie haben inspirieren lassen. Ich bin sehr gespannt, wie der Track und das Video bei den Fans ankommen wird.

LUNAX: „Ich möchte niemals den Spaß an der Sache verlieren“

Neben der Musik bist du mehrfache deutsche Meisterin im Kickboxen. Inwiefern hilft dir der Kampfgeist, den du durch die Sportart entwickelt hast, auch im Musikbusiness?

LUNAX: Ich bin ehrgeizig und gebe nicht schnell auf, wenn ich an etwas glaube. Man darf sich da niemals unterkriegen lassen, auch wenn es mal Rückschläge gibt. Es gibt genug Leute, die nicht immer das Beste für einen wollen und das sind die Menschen, von denen ich mich auch lieber fernhalte. Gerade als Frau muss man oft noch mal mehr einstecken können in dieser Branche, aber ich habe eine harte Schale und weiß, welchen Menschen ich vertrauen kann, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das ist sehr viel wert.

Werfen wir zum Schluss noch einen Blick in die Zukunft: Welche drei Begriffe stehen für dich im Fokus, wenn du an deine Ziele für die kommenden Monate denkst?

LUNAX: Den ersten hast du schon genannt – „Fokus“. Denn ich finde, es ist eines der wesentlichsten Dinge, wenn man erfolgreich an seinen Zielen arbeiten möchte, dass man seinen Weg nicht aus den Augen verliert und immer im Kopf hat, was man erreichen möchte. Daran anschließend „Energie“, denn mir ist es wichtig, überall 100 % zu geben und volle Energie in meine Shows, meine Musik und alles, was im Hintergrund dazugehört, hineinzustecken. Und zu guter Letzt: „Fun“. Das alles ist natürlich auch viel Arbeit und ich möchte niemals den Spaß an der Sache verlieren. Auch wenn etwas mal nicht so läuft, wie man es sich erhofft hat – daraus lernen, mit einem Lächeln sehen und weitermachen.

Fotocredit: LUNAX

Gryffin über seine neue Musik: Mein Ziel ist es nicht, dasselbe Album zweimal zu releasen

In den USA ist Gryffin auf den Mainstages vom EDC, Ultra und anderer internationaler Festivals unterwegs. Diesen Sommer ist er jedoch nach langer Pause nach Europa zurückkehrt und durch England, Österreich, Norwegen und Belgien getourt. Im Interview hat er uns einiges über das Tourleben und neue Musik verraten.

Gryffin im exklusiven Interview mit DJ Mag Germany

Vielen Dank, dass du dir bei deinem engen Terminkalender voller EU-Tourstopps Zeit für uns nimmst. Wie geht es dir gerade?

Gryffin: Sehr gut! Das ist hier gerade meine dritte Show in den vergangenen drei Tagen und morgen findet meine letzte Show dieser Woche statt. Es ist zwar sehr intensiv, aber auch total spannend. Ich war lange nicht mehr auf Tour, wenn ich ehrlich bin. Umso mehr begeistert mich der Festival-Vibe in Europa gerade, der ist immer etwas Besonderes.

Das letzte Mal, als du hier warst, ist nun auch gute vier Jahre her. Gab es für dich etwas, wo du dachtest „wenn ich wieder in Europa bin, muss ich das wiederholen“?

Gryffin: Ich wollte auf jeden Fall wieder Paris und London besuchen. Leider hatte ich damals nie wirklich die Zeit die Städte zu erkunden, das versuche ich gerade nachzuholen.

Auch wenn du von den Städten nicht allzu viel siehst, was machen denn Shows in Europa so besonders?

Gryffin: Es ist auf jeden Fall nicht mit Amerika zu vergleichen. Ich war jetzt so viel in Amerika unterwegs, wodurch ich mir dort eine feste große Fanbase, im Vergleich zu Europa, aufgebaut habe. Hier in Übersee fühlt es sich so an, als würde ich in die Zeit zurückreisen, als ich noch ein Newcomer war. Mein Team und ich nennen es scherzhaft „The Humble Tour“. Umso größer ist die Freunde, wenn meine Musik gut ankommt.

Dazu werden wahrscheinlich auch deine Performances mit E-Gitarre, Piano und weiteren Instrumenten beitragen. Wie kam es eigentlich dazu?

Gryffin: Es gibt mir die Möglichkeit meine Show viel facettenreicher zu gestalten, sowie es mir einfach großen Spaß bereitet, auf der Bühne die Gitarre herauszuholen. Dadurch, dass ich im frühen Alter mit dem Klavierspielen angefangen habe, ist das Piano bei der Performance eine Art „Comfort Zone“ für mich.

„Mein Ziel ist es nicht, dasselbe Album zweimal zu veröffentlichen, sondern mit meiner Musik als Artist zu reifen“

Deine Alben „Gravity“ und „Alive“ waren sehr melodisch und mit House-Klängen sowie mit starken Vocal-Nummern bestückt. Wo geht die musikalische Reise als nächstes hin?

Gryffin: Aktuell tauche ich mehr in clubbige Sounds ab. Es hat aber auch Zeit gebraucht, gerade durch Corona, meinen Sound weiterzuentwickeln. Mein Ziel ist es nicht, dasselbe Album zweimal zu veröffentlichen, sondern mit meiner Musik als Artist zu reifen. Die neue Musik – wie die neuste Single „Dreams“ – ist wohl die „danciest“ Musik, die ich bisher veröffentlicht habe. Bei meinen Livesets tobe ich mich jedoch auch gerne mit verschiedenen Genres aus. Es gibt aktuell echt coole experimentelle Musik in der Dance-Szene, oder Genres wie Techno, die wieder aufleben.

Gibt es denn auch ein weitere Subgenres, bei denen du dir ein Comeback vorstellen könntest?

Gryffin: Gute Frage. Ich habe das Gefühl, dass Big Room in den USA praktisch ausgestorben ist. Entsprechend würde ich mir eine Weiterentwicklung des Big Rooms gut vorstellen können und auch wünschen. Techno feiert aktuell ohnehin ein großes Comeback. Aber können wir auch kurz darüber reden, was für einen Erfolg Drum ‘n’ Bass aktuell feiert, das ist einfach verrückt! In den USA scheint es noch etwas in den Kinderschuhen zu stecken, aber was hier in Europa mit Drum ‘n’ Bass abgeht, ist einfach der Wahnsinn!

Neue Musik hast du bereits angekündigt. Wann können wir dich denn in Deutschland wieder erwarten? Müssen wir uns erneut vier Jahre gedulden?

Gryffin: [lacht] Absolut nein! Ich habe schon mit meinem Team gesprochen, dass wir nicht noch mal eine solche lange Pause einlegen, schließlich macht es mir einfach viel zu viel Spaß unterwegs zu sein. Sobald mich eine neue Musik veröffentlicht habe, peilen wir eine globale Tour samt Festival-, Live- und Club-Shows an, eine Mischung aus allem. Und das nicht erst in vier Jahren!

Je kürzer die Fans nochmals warten müssen, umso größer die Freude! Vielen lieben Dank für das Interview.

Fotocredit: Gryffin (Press Pic)

Miss K8: „2022 war das schlimmste Jahr meines Lebens“

Miss K8 im exklusiven Interview mit DJ Mag Germany

Wie geht’s dir, Kateryna?

Miss K8: Danke sehr gut!

Du bist gerade in Salzburg angekommen und hast in einem Interview gesagt, dass du vor allem beim Fliegen Inspiration für neue Musik gewinnst.

Miss K8: Ja, das stimmt tatsächlich, aber ich gebe zu, dass ich beim Flug nach Salzburg einen Powernap eingelegt habe. Diese kurze Erholungsphase ist mir wichtig, da ich nie viel Schlaf bekomme.

Das glaube ich dir! Du bist auch Mutter einer kleinen Tochter, da ist Schlaf essenziell. Inspiriert dich deine Tochter Mia dazu, Musik zu machen?

Miss K8: Natürlich inspiriert sie mich. Sie kommt sogar oft zu mir ins Studio und möchte dort spielen. 

Was lernst du täglich von ihr?

Miss K8: Einfach die Echtheit. Keine Emotion ist gespielt und sie genießt jeden Tag so, wie er ist, was wir Erwachsene manchmal viel zu wenig tun.

Wie bekommst du das Mutter sein inklusive Festivals und Co. unter einen Hut?

Miss K8: Ich weiß, das ist ein wenig verrückt. Aber ich versuche unter der Woche früh aufzustehen und auch früh schlafen zu gehen und somit eine Routine beizubehalten. Ich mache auch viel Sport. Am wichtigsten ist allerdings, dass ich meinen Job liebe und das wiederum gibt mir die Energie das alles durchzuziehen.

Abseits deiner wundervollen Tochter und deiner steilen Karriere war das Jahr 2022 nicht ganz einfach für dich. Dein Vater ist verstorben und deine Heimatstadt Kiew liegt in Schutt und Asche.

Miss K8: 2022 war das schlimmste Jahr meines Lebens. Der Tod meines Vaters ist ein schmerzhaftes Thema für mich. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich das verkraftet habe. Und: Der Krieg in der Ukraine ist einfach schrecklich – damit muss endlich Schluss sein!

Und was treibt dich an weiterzumachen?

Miss K8: Ehrlich gesagt, habe ich keine Zeit dafür, nicht weiterzumachen. Ich muss mich um meine Tochter kümmern – sie ist sozusagen mein „Energieball“.

Hattest du nie das Bedürfnis, einfach mal loszulassen?

Miss K8: Ja, das hatte ich. Im Januar und Februar 2022, nachdem mein Vater verstorben war, hatte ich keine Lust mehr Musik zu produzieren und habe auf der Stage einfach den Vibe nicht gespürt. Und das, obwohl die Fans meine Sets gefeiert haben und ich so viel positives Feedback erhalten habe. Dieses Gefühl hatte ich noch nie während meiner gesamten Karriere. Nun ist meine Energie aber wieder voll und ganz zurück und ich bin stärker als je zuvor!

Da du deine Energie wieder zurück hast – was können wir von dir musikalisch gesehen erwarten?

Miss K8: Eine Menge neuer Tracks stehen an, also bleibt dran. Ich kann allerdings schon verraten, dass eine Single von mir erscheint, die einen „next-level“ Videoclip inkludiert. Hinzukommend könnt ihr mich bei einigen Shows sehen, worauf ich mich schon sehr freue!

Apropos Festivals – wie denkst du über die momentane Techno-Bewegung? Werden wir von dir auch Techno zu hören bekommen?

Miss K8: Fun Fact, ich habe meine Karriere mit Hard Techno gestartet und nun hört man diesen Musikstil überall. Das fühlt sich wie ein Flashback für mich an. Um auf deine Frage zurückzukommen, ich werde bald ein Hard Techno Set veröffentlichen und ich plane generell auch wieder mehr Techno zu spielen. 

Eine letzte Frage noch: Welchen Tipp möchtest du jungen Künstlern auf den Weg mitgeben?

Miss K8:  Als Performer ist es wichtig, einen authentischen Musikstil zu entwickeln. Natürlich könnt ihr euch an anderen Künstlern orientieren, aber ihr solltet diese nie kopieren. Das wird euch auch nicht den gewünschten Erfolg bringen, weil es eben nicht euer Style ist. Nur euer „wahres, musikalisches Ich“ sowie eure Leidenschaft für Musik und harte Arbeit bringen euch voran. Auch ganz wichtig: Seid ehrlich und freundlich zu euren Fans. 

Danke für das spannende Interview.

Fotocredit: Joerg.photo

Tungevaag: „Ich habe keine Angst, um Hilfe zu bitten“

Tungevaag im exklusiven DJ Mag Germany Interview

Hey Martin! Danke, dass du dir für das Interview Zeit nimmst. Wie geht es dir?

Tungevaag: Hey, mir geht es sehr gut! Jüngst habe ich meine Sommersongs „Sunrise“ und „Lonely Hearts“ releast und aktuell bin ich viel on tour.

Hört sich super an! Bleibt dir bei den ganzen Live-Auftritten eigentlich noch Zeit für das Musikproduzieren?

Tungevaag: Ich würde sagen, es ist immer Zeit, neue Musik zu machen, wenn man sich wirklich dafür begeistert. Ich kann meistens auch nicht lange warten, wenn es einen Song gibt, den ich fertigstellen möchte. Oft vergesse ich zu essen und kann stundenlang von meinen Musikprojekten und Ideen besessen sein. Zum Glück habe ich mein Studio zu Hause, sodass ich einen kurzen Weg habe. Wenn ich unterwegs bin und ein paar Ideen habe, nehme ich die Melodien und Ideen auf meinem Handy auf und probiere sie aus, sobald ich Zeit habe.

Du bist in den DJ Mag Top 100 DJs platziert, erhältst Awards und produzierst Collabs mit anderen namhaften DJs der Szene, während du auf allen großen Festivals und Bühnen der Welt spielst – kann man sagen, dass viele Menschen darin interessiert sind, solch eine Karriere wie du aufzubauen? Kannst du uns ein bisschen erzählen, wie du damals in der Musikindustrie angefangen hast?

Tungevaag: Zweifellos ist das der Traum vieler Menschen. Ich habe mein erstes Musikprogramm vor 15 Jahren heruntergeladen. Es war aber eher Zufall, dass ich Künstler/DJ geworden bin. Einige meiner Freunde und ich haben in der Schule viel Musik gehört. Ein paar der Songs, die wir hörten, hatten Passagen, die uns nicht gefielen, also habe ich ein Programm downgeloadet, um diese herauszuschneiden und die Lieder zu rendern. Das hat so viel Spaß gemacht, dass ich dieses Programm jeden Tag weiter erforscht habe. Während dieser Zeit entstand dann das Ziel, meinen eigenen Song zu machen und das habe ich geschafft. Daraufhin folgte der Wunsch, dass die Leute meine Musik hören und sie im Radio spielen. Auch das habe ich geschafft. Bei einem Wettbewerb des größten norwegischen Radiosenders (NRK) gewann ich 2013 den „besten Party-Song“. Der Preis war Radio-Support für einen Monat. Im Jahr darauf habe ich erneut gewonnen und der Track schaffte den Einstieg in die Charts, sodass das Radio ihn monatelang spielen musste. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt bei keiner Plattenfirma unter Vertrag stand, habe ich dadurch viel Aufmerksamkeit im Business gewonnen und somit entdeckten mich dann auch die Labels. Sony Music, Warner Music und Universal Music – alle schickten mir Anfragen.

Früher vs. heute: So sehr hat sich der Musikmarkt und das Produzieren für Tungevaag geändert

Wie hat sich die DJ- und Produzentenlandschaft in den vergangenen Jahren entwickelt? Was ist deiner Meinung nach der Schlüssel, um in der heutigen Szene und Zeit relevant und erfolgreich zu bleiben?

Tungevaag: Aktuell gibt es eine Menge inspirierender Produzenten und DJs, die neue Sounds machen und die EDM-Szene in neue Richtungen bringen. Es ist sehr wichtig, einen eigenen Sound zu haben, um relevant zu bleiben. Das ist aber auch nicht immer einfach und es ist vor allem nicht einfach, als neuer Produzent oder DJ in dieser Zeit wahrgenommen zu werden. Es gibt so viel Konkurrenz und Musik, die jeden Tag von Künstlern veröffentlicht wird. Als ich anfing, gab es kaum Online-Tutorials und es war in den Anfängen der Streaming-Dienste, an die wir uns heute sehr gewöhnt haben. Für Anfänger war es auch noch schwieriger, Musik zu machen. Man musste sich alles selbst aneignen oder jemanden, der Musik macht, um Hilfe und Rat fragen. Heute, im Jahr 2023, kann man alles online finden und es ist viel einfacher zu lernen, wie man Musik produziert und wie man die verschiedenen Musikprogramme bedient.

Hast das Gefühl, dass die Zeitspanne, in der ein Künstler relevant bleibt, heutzutage immer kürzer wird?

Tungevaag: Definitiv. Die Leute haben immer weniger Geduld. Das sieht man allein an der Länge der Musiktitel und Videos. Unsere Gesellschaft hat sich so entwickelt, dass ständig etwas passiert und wenn wir zu viel von etwas haben, gehen wir zu etwas Neuem über. Ich hatte das Gefühl, dass ein Künstler früher jahrelang das Gleiche machen konnte und trotzdem Aufmerksamkeit bekam und interessant blieb. Jetzt erwarten die Fans, dass mehr einzigartige Dinge passieren, wenn der Künstler länger relevant bleiben soll.

Wie wir schon festgestellt haben: Die Technologie hat einen massiven Einfluss auf die Musikproduktion und das DJ-Dasein. Welche Tools oder Plattformen sind für dich in deiner Karriere unverzichtbar geworden?

Tungevaag: Sample Packs von KSHMR. Ich glaube, ich habe seine Samples seit 2015 in jedem Track verwendet. Ich spreche von den verschiedenen Drum- und FX-Samples (Kick, Clap, Hi-Hat, Ride, Cymbals, Sweeps und so weiter). Als ich 2008 anfing, habe ich überall im Internet nach Samples gesucht, sie hier und da heruntergeladen und in Hunderten Ordnern organisiert. Jetzt ist es so viel einfacher mit den verschiedenen Online-Sample-Bibliotheken wie Splice, wo man (fast) alles, was man braucht, an einem Ort hat.

Du hast schon einige Songs mit Timmy Trumpet, KSHMR, Alan Walker, Kid Ink und vielen anderen großartigen Künstlern releast. Kannst du von deinen Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern berichten und wie diese Kollaborationen deine Musik und Karriere beeinflusst haben?

Tungevaag: Ich finde, Collabs machen super viel Spaß! Man kann viel voneinander lernen, seinen Sound kombinieren und die Karriere beider Künstler vorantreiben. Bei vielen Kollaborationen, die ich früher gemacht habe, hatte ich noch nicht einmal ein Management. Dadurch habe ich auch viel über das Musikgeschäft und Strategien gelernt, da ich selbst mit dem Management und dem Team des anderen Künstlers in Kontakt bleiben und an den Treffen teilnehmen musste. Ich hielt es für sehr interessant, Erfahrungen zu sammeln, die über das bloße „Musik machen und veröffentlichen“ hinausgegangen sind und Teil des gesamten Prozesses von A bis Z zu sein.

Tungevaag: „Viele Produzenten haben mich am Anfang ignoriert“

Manche Künstler zögern, um Rat bei anderen zu erfragen. Wie war das bei dir in deiner Karriere? Kannst du uns von der Zeit erzählen, in der du um Hilfe gebeten und wie sich das auf deine Arbeit ausgewirkt hat?

Tungevaag: Schon zu Beginn meiner Karriere habe ich Leute um Hilfe gebeten. Es war aber sehr schwer, Hilfe zu bekommen, wenn man eine Künstlerkarriere anstrebt, aber keinerlei Kontakte oder ein Team um sich herum hat. Keiner meiner Freunde hat damals Musik gemacht oder war ein guter Sänger, also kontaktierte ich einige Sänger, die ich im Internet gefunden hatte, aber fast niemand antwortete mir, da ich gerade erst angefangen hatte, Musik zu machen und ihnen nichts von meiner bisherigen Arbeit zeigen konnte. Schließlich fand ich eine Sängerin, die auf meinem Track singen wollte, und ich zahlte ihr ein Honorar. Den Song habe ich dann auch veröffentlicht. Die Produktion war allerdings überhaupt nicht gut, also wandte ich mich an einige Produzenten, die ich sehr mochte. Sie interessierten sich überhaupt nicht für mich und wollten mir nicht helfen. Die meisten von ihnen ignorierten mich.

Spulen wir aber mal vor bis heute. Ich habe Musik, die Milliarden von Menschen gehört haben – jetzt kommen die Leute zu mir und fragen, ob ich Hilfe brauche, schicken mir Vocals/Toplines, Produktionen, fragen nach Kollaborationen und so weiter. Das hat sich definitiv geändert. Aber ich habe keine Angst, immer noch um Hilfe zu bitten. Wenn es in meinen Produktionen etwas gibt, bei dem ich denke, dass mich jemand unterstützen kann, dann bitte ich um Hilfe. Wenn das Mixen und Mastern nicht gut genug ist, bitte ich einen Freund um Hilfe. Die Leute, die man um sich herum hat, sind sehr wichtig, und ich betrachte das Ganze als ein Team. Das ist wie bei einem Fußballspiel: Die Spieler haben ihre individuellen Fähigkeiten, aber gemeinsam arbeiten sie an der gleichen Sache und dem gleichen Ziel als Team.

Meiner Meinung nach wird in der Branche zu viel darüber geredet, dass die Künstler alles selbst machen sollten. Jüngere Produzenten und DJs hören auf das, was wir sagen und das kann sie unsicher machen, ob sie um Hilfe bitten oder „diesen Track“ produzieren und dabei alles selbst machen sollen. Also denkt immer daran, eure Kontakte und euer Netzwerk zu nutzen!

Was würdest du sagen: Ist es überhaupt noch möglich, eine Karriere von der „Schlafzimmerproduktion“ bis zur Mainstage von Tomorrowland, Ultra und so weiter aufzubauen, ohne von einem großen Team und vielen helfenden Händen umgeben zu sein?

Tungevaag: Ja. Wenn man etwas wirklich will und hart arbeitet, ist es möglich. Du kannst einen Track machen, der super gut ist und du kannst schnell eine Menge Aufmerksamkeit erzielen. Aber dieser Track muss herausragend und einzigartig sein. Wenn du einfach nur alle anderen kopierst und genau das tust, was alle anderen tun, wird es heutzutage fast unmöglich sein, ohne ein Team vom Anfänger zum Top-Produzenten/DJ zu werden. Tipp: Konzentriere dich auf Melodien. Melodien sind so wichtig und meiner Meinung nach das am besten erkennbare Element in einem Song.

Wie lauten deine wichtigsten Ratschläge für aufstrebende DJs, die ihre Karriere aufbauen wollen?

Tungevaag: Sprich mit anderen Produzenten und DJs, baue ein Netzwerk auf, arbeite so viel wie möglich an Musik und probiere verschiedene Dinge aus. Finde heraus, wie du am besten arbeitest und was du gut kannst. Wenn du nicht mixen und mastern kannst, konzentriere dich auf Melodien, Akkorde und diese Elemente und bitte jemanden, dir bei der Produktion zu helfen. Vielleicht ist ein Freund von dir besser in den Dingen, in denen du nicht so gut bist, und andersherum. Du brauchst keinen Mentor; du kannst deine Freunde nach ihrer Meinung zu deiner Musik fragen. Letztlich gilt aber: Wenn du an etwas glaubst, höre nicht zu sehr auf andere – mach es einfach.

Tungevaag über Mental Health und DJ-Klischees

Das Thema Mental Health ist in der Musikindustrie immer mehr in den Vordergrund gerückt. Wie bist du mit dem Druck und den Anforderungen deiner Karriere umgegangen und auf welche Art von Unterstützung verlässt du dich?

Tungevaag: Mach Social-Media-Pausen. Nimm dir einfach ab und zu eine Woche ohne soziale Medien, E-Mail, Chat-Apps usw. Ich mache das genauso und es fühlt sich so gut an. Du musst nicht ständig online sein und alle Updates von anderen überprüfen. Das kann dazu führen, dass man sich schnell schlecht fühlt. Man muss nicht ständig auf allen Social-Media-Plattformen präsent sein. Es ist gut, auf allen Plattformen ein Künstlerprofil zu haben, aber wähle zwei bis drei Plattformen, auf die du dich konzentrieren und auf denen du jeden Tag aktiv bist, anstatt sich auf alle zu konzentrieren. Ich nutze Instagram sehr viel und versuche, auf alle Nachrichten zu antworten, die mir Tipps, Ratschläge, Feedback schicken oder im Allgemeinen einfach nur quatschen wollen. Es kann sehr stressig sein und den Druck erhöhen, wenn man überall dabei sein muss.

Welche falschen Vorstellungen über das Leben eines erfolgreichen DJs/Produzenten möchtest du aufgrund deiner eigenen Erfahrungen widerlegen?

Tungevaag: Jeder denkt, dass Künstler/DJs immer Spaß haben, wenn sie Musik machen, durch die ganze Welt reisen, erfolgreich und reich werden. Die meisten Künstler und DJs arbeiten fast jeden Tag und denken rund um die Uhr über Musik, Produktion, Promotion, Planung und Strategien nach. Nimmt man die gesamte Zeit, die wir arbeiten und teilt sie durch die Anzahl der Stunden, entspricht das Gehalt in vielen Fällen wahrscheinlich dem eines durchschnittlichen Jobs. Wir arbeiten hart dafür, und das kostet viel Zeit.

Danke für deine ehrlichen Worte und das Interview, Martin!

Fotocredit: Tungevaag

Maddix: „Ich will neue Trends kreieren!“

Maddix’ Revolution: „Manchmal realisiere ich gar nicht, was passiert.“

Hallo Pablo! Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem großen Erfolg, den du in den vergangenen Monaten erzielt hast. Wie es dein Song zusammen mit Hardwell und Timmy Trumpet besagt, sorgst du gerade für eine „Revolution“ oder deine Art von „Revolution“ in der EDM-Szene. Wie würdest du diese Revolution beschreiben? Und wo kann man sie insbesondere erkennen?

Maddix: 2019 hatte ich ein bisschen das Gefühl, genug zu haben vom „gleichen alten“ Big Room. Es hat mir nicht mehr so viel Spaß gemacht, ich habe mich im Studio nicht mehr wirklich inspirieren lassen und ich habe auch angefangen zu überlegen, was mich als Produzent einzigartig macht. Zu dieser Zeit, um ehrlich zu sein, war das nicht viel. Deshalb habe ich ganz neu im Studio angefangen, ohne auf irgendwelche Erwartungen oder Regeln zu achten, an die ich mich halten musste. Ich ließ mich von Techno und Oldschool-Rave-Musik inspirieren. Ich glaube, damit hat diese Revolution für mich begonnen. Die erste Veröffentlichung im neuen Sound war „Ecstasy“ und es war ziemlich lustig, all die Reaktionen online zu sehen. Die Hälfte der Leute liebte es und sagte, es sei endlich etwas Neues. Die andere Hälfte hat den Track komplett gehasst. Ich denke, die Leute empfinden Veränderungen im Allgemeinen als manchmal schwierig, aber für mich war klar, dass dies die Richtung ist, in die ich gehen wollte.

Von diesem Moment an habe ich weiter experimentiert und den neuen Sound optimiert. Einige der Tracks haben starke Erfolge erzielt – einer der bekanntesten und jüngsten in Deutschland ganz besonders: „Heute Nacht“. Er war über zwei Monate lang auf Platz 1 der Techno-Charts bei Beatport und hat derzeit über 30 Millionen Streams allein auf Spotify. Niemand um mich herum hat erwartet, dass ich einen der größten Techno-Tracks des Jahres machen würde, aber das habe ich nun geschafft. Ich denke, dieser Moment hat auch viele Kollegen inspiriert. Als ich damit anfing, war ich im Grunde der Einzige mit diesem Sound. Die Leute sagten mir manchmal: „Ich spiele keine Techno-Musik“, also unterstützten sie den Track nicht. Jetzt habe ich das Gefühl, dass es eine der größten Bewegungen in der Branche ist und jeder es macht. Ich werde von den größten Künstlern um Remixe gebeten, weil sie diesen Techno-Sound wollen und ich selbst bin auf Tournee und spiele auf den größten Bühnen. Es ist verrückt zu sehen, wie sich das alles entwickelt, und ich bin froh, dass ich so viele andere Künstler mit meiner Musik inspirieren konnte beziehungsweise kann.

Kürzlich hast du einen Post auf deinen sozialen Netzwerken hochgeladen, in dem du deinen Followern erzählst, wie hart du gearbeitet hast, um an diesen Punkt deiner Karriere zu gelangen. Was war der entscheidende Moment, in dem dir klar wurde, dass dein Traum von einer DJ-Karriere Wirklichkeit geworden ist?

Maddix: Haha ja! Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich auf dem Recyclinghof gearbeitet habe, um etwas Geld zu verdienen und die ganze freie Zeit damit verbracht habe, Musik zu produzieren. Ich glaube, meine Karriere war eigentlich die ganze Zeit ein stetiger und langsamer „Aufstieg“ (abgesehen von der COVID-Phase), was es manchmal ein bisschen schwer macht, das zu realisieren. Ich glaube, dieses Jahr hat mir das am meisten vor Augen geführt. „Heute Nacht“ ist viral gegangen, alle meine sozialen Netzwerke sind wahnsinnig schnell gewachsen und die Streams steigen immer weiter an.

 
 
 
 

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Ein Beitrag geteilt von MADDIX (@maddixmusic)

Dieses Jahr spiele ich auch meine bisher größten Shows und viel in Europa auf großen Festivals. Davor bin ich 2018 und 2019 viel getourt, aber dieses Mal fühlt es sich für mich anders an. Die Leute kommen extra für mich zu den Shows, sie kennen alle Songs, die ich spiele und ich kann wirklich mein eigenes Ding machen. Deshalb habe ich auch diesen Post hochgeladen und geschrieben, dass man manchmal gar nicht realisiert, was passiert. Es kann sehr hektisch sein und man geht von einer Show zur nächsten, ein paar Tage ins Studio und wieder zurück. Ich tippe dieses Interview gerade im Flugzeug, denn das ist ein bisschen „freie Zeit“.

Newcomer-Tipps, neues Label, Collab-Pläne: Warum ein einzigartiger Sound das A und O für Maddix ist

Wenn du mit deinem zehnjährigen Ich sprechen und einen guten Rat geben könntest, was man benötigt, um DJ zu werden – was würdest du sagen?

Maddix: Fang an, jeden Tag Musik zu produzieren und sei einzigartig. Kopiere andere nicht zu sehr und folge einfach deinen eigenen Vibes! Außerdem sollten aufstrebende DJs nicht vergessen, dass es nicht nur um die Musik geht, heutzutage muss man auch ein Geschäftsmann und Marketingexperte sein. Soziale Medien sind essenziell. Versuch, es einfach zu tun, auch wenn du am Anfang Angst hast (ich hatte Angst). Aber auch hier gilt: Kopiere andere nicht zu sehr, sei einfach du selbst und mach dein Ding. Das ist es, was dich mit den Leuten verbindet.

Lass uns einen Blick in die Zukunft werfen: Wie sehen deine musikalischen Pläne aus? Und mit wem würdest du gerne mal eine Collab machen?

Maddix: Mein Ziel ist es, meinen Sound immer weiterzuentwickeln und neue Grenzen zu erforschen. Nicht um Trends zu folgen, sondern um zu versuchen, sie zu kreieren. Ich glaube, dass Musik nicht statisch ist und sie sich ständig verändern wird und außerdem möchte ich die Leute mit meiner Musik überraschen. Ich bin froh, dass ich seit Jahren selbst Musik produziere, so ist es „einfacher“, neue musikalische Richtungen zu erkunden. Schwierig dabei ist, dass viele Leute an Nostalgie „leiden“. Sie sagen, sie wollen etwas Neues, aber dann bekommen sie auch ein super positives Feeling bei alten Sachen. Ich hoffe einfach, dass alle meine Reise akzeptieren werden, denn manchmal kann man einfach nicht immer wieder das Gleiche machen. Es ist auch viel interessanter für mich, neue Dinge im Studio zu erforschen.

Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum ich gerade mein eigenes Label EXTATIC Records gegründet habe. Momentan ist nur ein Track veröffentlicht – meine Collab mit KSHMR. Aber mein Ziel mit EXTATIC ist es, aufstrebenden Produzenten mit einem wirklich einzigartigen Sound eine Chance zu geben. Ich bin auf der Suche nach Künstlern mit einem unverwechselbaren Sound, etwas, das mich umhaut, etwas, das mich entweder zum Lachen bringt oder mir ein Bassgesicht verpasst. Ich habe das Gefühl, dass zu viele Produzenten schnell Trends folgen und Sounds kopieren, aber nicht ihre eigene Handschrift hinzufügen. Auf EXTATIC veröffentliche ich lieber weniger Sachen, aber dafür alles in hoher Qualität.

Und was die Kollaborationen angeht: Ich arbeite tatsächlich an einigen mit Künstlern, von denen ich vor einem Jahr nur geträumt hätte. Dazu kann ich leider noch nicht viel sagen, aber um einen zu nennen, der auf jeden Fall auf meiner Liste stehen würde: Tiësto. Wenn ich ihn für einen richtigen Techno/Rave-Track gewinnen könnte, würde ich mich mega freuen.

DJ Mag Top 100 DJs Voting: „Maddix for Resident“?!

Lass uns zu guter Letzt über das DJ Mag Top 100 DJs Voting und deine mehr als kreative Kampagne sprechen. Was sind deine Strategien/Pläne, „to make raving great again“?

Maddix: Haha, danke schön! Mein Team und ich wollten etwas Originelles und Frisches machen, also haben wir uns eine „Präsidenten“-Kampagne ausgedacht, aber dann heißt es „Maddix for Resident“. Die Resonanz war bisher wirklich erstaunlich! Wir haben ein paar lustige Videos mit Kampagnenpunkten geplant, „to make raving great again“, aber ich möchte hier auch einige nennen:

  • Jede große Stadt auf der Welt braucht mindestens einen Club, der an den Wochenenden 24/7 geöffnet ist. Ich meine, warum muss ich nach Berlin fahren, um bis 10 Uhr morgens zu raven, oder um zu raven, wann immer ich will?
  • Kostenloses Wasser in Clubs und auf Festivals. Raven muss so sicher wie möglich sein und Raver sollten immer Zugang zu Wasser haben, egal wo sie sind.
  • Techno ist eine Kultur, eine Religion, und wir sollten sie auf jeden Fall wie eine solche behandeln. Deshalb würde ich dafür sorgen, dass Kinder in der Grundschule ab dem sechsten Lebensjahr die Geschichte der Techno-Musik kennenlernen. Bildung ist wichtig und damit soll hoffentlich die sicherste ravende Generation generiert werden.

Das alles ist natürlich auch ein bisschen spaßhaft gemeint, aber der eigentliche Grund ist, dass ich das Gefühl habe, dass wir neue Vibes und Musik auf den großen Mainstages und in Clubs brauchen. Bei meinen Sets zum Beispiel möchte ich die Leute wirklich viben lassen – ich schneide die Musik nicht alle 30 Sekunden ab und gehe zur völligen Stille über. Es sind eher Techno-Vibes mit längeren Drops, längeren Übergängen, aber immer noch hoher Energie. Ich benutze auch das Mikrofon weniger (kein „1, 2, 3 Jump!“ mehr zum Beispiel). Ich meine, über das Mikro sprechen funktioniert, aber macht es die Crowd wirklich glücklicher? Wenn ich dort stehen würde, würde ich es nicht so sehr mögen, also versuche ich, es sparsam einzusetzen. Solche Veränderungen sind ein Prozess und ich muss mich selbst daran gewöhnen, aber ich glaube, dass sich ebenfalls die Leute bei manchen Events daran gewöhnen müssen.

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Ein Beitrag geteilt von MADDIX (@maddixmusic)

Wenn du drei deiner Songs auswählen müsstest, die untermauern, warum du der „Resident“ bei den DJ Mag Top 100 DJs sein solltest, welche würdest du auswählen und warum?

„Heute Nacht“: Das war mein größter Song im vergangenen Jahr, die Leute auf der ganzen Welt lieben ihn. Wenn ich ihn in Deutschland spiele, singt die Menge sogar den Text vor dem Drop. Der Track ist genau das, wofür Maddix steht und immer eines der Highlights in meinen Sets.

KSHMR & Maddix – „Close To You“: Dieser Track wurde gerade erst veröffentlicht und ich habe noch keine Ahnung, ob er groß rauskommen wird, aber ich bin buchstäblich süchtig nach der Melodie und dem Vibe der Nummer. Ich finde, dass es eine perfekte Mischung aus meinem und KSHMRs Stil ist. Er ist mysteriös, dunkel, melodisch und trotzdem Techno. Das ist genau das, wonach ich suche.

Lass mich einen unveröffentlichten Song nennen, den die Leute definitiv von mir kennen: Maddix feat. Leila K– „Open Sesame“: Hier erforsche ich neue Klänge. Es ist eine Neuinterpretation des alten Tracks von Leila K. Der Song beginnt mit einem Reverse-Bass, dann folgt ein Bass im Psytrance-Stil und endet mit einem riesigen harten Techno-Kick. Wo auch immer ich ihn auf der Welt spiele, denkt die Menge immer „WTF passiert hier“, haha. Hoffen wir, dass wir ihn bald veröffentlichen können.

Was passiert, wenn du der „Resident“ wirst?

Hoffentlich werde ich Resident auf allen großen Festivals der Welt! Ich würde meine Musik unter die Leute bringen und ihnen zeigen, dass Raven „can be great again“ und nicht immer gleich klingen muss.

Fotocredit: Maddix (Press Pic)

Topic: „Hier gibt es einfach den besten Döner“

Topic im exklusiven Interview mit DJ Mag Germany

„Welcome back to Germany“ muss man schon fast sagen.

Topic: Ja, danke danke!

Wie ist es, so viel Zeit in Dubai zu verbringen? Robin Schulz ist auch gerade dahingezogen – trifft man sich dann da beim Metzger, oder wie?

Topic: Seit Mai bin ich wieder viel in Europa. Läuft gut. Ich bin viel unterwegs. Robin hab’ ich daher noch nicht getroffen – also als er nach Dubai gezogen ist, war ich schon wieder viel hier. 

Was gönnst du dir immer als Erstes, wenn du nach Deutschland kommst?

Topic: Döner! Ist nicht immer das Erste, aber ganz oft, wenn ich überlege „Was isst du heute?“ entscheid’ ich mich für Döner. Hier gibt es einfach den besten Döner.

Was ist für dich „typisch deutsch“?

Topic: So ein negatives Grummeln am Flughafen irgendwie – das ist für mich Deutsch (lacht).

Ich finde, wir brauchen mehr German Vibes in den DJ Mag Top 100 DJs!

Topic: Bin ich auch der Meinung, deswegen: Votet jetzt hier mal alle!

Du bist letztes Jahr neu auf #69 eingestiegen in die DJ Mag Top 100 DJs. Deine Traum-Position dieses Jahr?

Topic: Ah … 47! Also gerade so Top 50, das wär schon wild.

Wo wir schon über „Träume“ reden: „Lucid Dream“ heißt dein aktueller Track. Seit Langem mal wieder ein Solo-Track von dir. War mal wieder Zeit dafür oder Zufall?

Topic: Nein, das war eigentlich Zufall, weil die Sängerin von dem Song kein Artist-Projekt hat. Der war das egal, die will gar nicht da draufstehen. Aber das ist ’ne sehr interessante Single, weil es wieder schneller ist, mehr Festival, einfach mal einen Drop hat, der 32 Takte läuft (Anmerkung der Redaktion: Im Durchschnitt sind Songs in der heutigen Zeit 2:30 min lang. „Lucid Dream“ ist 45 Sekunden länger.). Das ist glaub’ ich der einzige Song von mir, den ich in der Original-Version spiele. Sonst macht man ja immer Remixe, Mashups oder eigene Versionen. Aber „Lucid Dream“ ist die Original-Version aus dem Studio, die dann auch genau so auf dem Festival läuft.

Topic & Joe Corry über ihre gemeinsame Collab

Was ist eigentlich aus dem gemeinsamen Track mit Joel Corry geworden, den du vor Kurzem mal auf einer Party geteast hast?

Topic: Ah, Joel Corry sitzt da gerade in Sichtweite und hat mir eben noch gesagt: „Wir müssen das Ding noch angehen“. Der Song war einfach fertig, aber wie das so oft im Musik-Business so ist, ist irgendwas Doofes dazwischengekommen, deswegen konnten wir das nicht releasen. Wenn man aber jetzt ein halbes Jahr warten, dann klingt der Song natürlich wieder alt.

Wollen wir Joel Corry nicht einfach kurz dazu holen und ihn fragen?

(Joel Corry kommt rein und crasht das Interview)

Joel, herzlich willkommen! Wir haben uns gerade gefragt, wie es um deine und Topics Zusammenarbeit „Low“ steht.

Joel Corry: Alles, was ich sagen kann, ist: Das ist ein absoluter Knaller! Und wenn die Zeit reif ist, werden wir dieses Monster herausbringen!

Topic: Ja, stimmt. Ich hab’ es zu früh geteast. Ich meinte im Mai, dass wir den Track in drei Wochen rausbringen (beide lachen).

Joel Corry: Ich habe den Song in vielen Sets gespielt und viele Leute haben mich nach dieser ID gefragt: Ich möchte es so gerne sagen, aber wir halten es ein bisschen unter Verschluss.

Arbeitet so lange wie nötig daran und sagt mir dann Bescheid, ok? Haben wir das schon mal geklärt! Danke, Joel.

Und Topic: Wir schauen jetzt mal auf deine erste Halbzeit 2023 zurück. Was war bisher dein Lieblings-Track dieses Jahr. Egal, ob von dir oder von irgendwem anders. Vielleicht bist du auch ein Riesen-Fan von „Komet“ von Apache und Udo Lindenberg oder so?

Topic: „Komet“ ist auf jeden Fall ein starkes Ding. Aber mein Song ist natürlich von John Summit „Where You Are“ – der ist einfach wow!

Wie sieht es Festival-mässig aus gerade? Vergangenes Jahr hast du ja die Premiere vom San Hejmo sehr abgefeiert. Warst sogar bei Marteria im Moshpit. Aber das PAROOKAVILLE hat doch immer noch ’nen ganz besonderen Stellenwert, oder?

Topic: Ja, für mich war es das erste große Festival, auf dem ich gebucht worden bin und gespielt habe. Es ist mehr oder weniger auch ein Heimspiel, weil es nur eine Stunde bis in die alte Heimat ist, zu meinen Eltern. Aber man kennt hier auch so viele, vom Team und von den Leuten. Normalerweise ist das bei so großen Festivals viel unpersönlicher. Hier fühlt es sich einfach heimisch an.

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Topic freut sich aufs Tomorrowland und auf das Untold

Und weltweit: Von welchem Festival warst du zuletzt überrascht?

Topic: Ich fand tatsächlich hier in der Region das Luft & Liebe sehr krass. Irgendwie dachte ich: Ok, Duisburg im Mai, da hat man jetzt nicht die größten Erwartungen, wenn man ehrlich ist. Aber es war unfassbar. Die ganzen Leute. Solch eine krasse Energie. Da würde ich gerne wieder auflegen. Und was jetzt noch ansteht: Das zweite Tomorrowland-Wochenende, da freu’ ich mich extrem drauf. Und auch auf das Untold Festival in Rumänien. Das soll wohl richtig wild sein, hab’ ich gehört. Da hab’ ich auch eine crazy Set-Time von 23 Uhr bis 1 Uhr auf der Mainstage im Dunkeln, mit Feuerwerk und allem. Ich glaub’, das wird krass.

Klingt mega! Dann vielen Spaß und danke.

Topic: Danke dir.

Alle weiteren Tour-Stopps von Topic findet ihr unter topic-music.com.

Fotocredit: Krijn van Noordwijk

Stella Bossi im Interview: „Einige namhafte DJs haben gesagt, ich solle nicht auflegen“

Stella Bossi im Interview und Word-Rap

DJ Mag Germany: Stella, du musst gerade mega glücklich sein: Karrieretechnisch bist du ein Überflieger. Hast du mit so viel Erfolg gerechnet?

Stella: Nö, eigentlich nicht. 

DJ Mag Germany: Bist du schon dort angelangt, wo du hin wolltest?

Stella: Schon längst! Genauer gesagt, seit dem Tag, an dem ich nicht mehr im Büro sitze. Mein Karriere-Barometer ist an Zufriedenheit und glücklich sein gekoppelt.

DJ Mag Germany: Was ist dein nächster musikalischer Meilenstein?

Stella: Marco Faraone, mit dem ich meinen Track „3 Days Awake“ aufgenommen habe, und ich, sind wieder im Studio und zicken uns an. Das Endergebnis wird gut. Es wird eine ziemlich „brachiale“ Techno-Hymne.

DJ Mag Germany: Denkst du, dass dein Erfolg durch deinen medial-ästhetischen Auftritt zum Beispiel auf Instagram gekommen ist?

Stella: Das kann man wohl so sagen.

DJ Mag Germany: Würde deine Brand auch ohne Instagram funktionieren?

Stella: Ja, klar! Dann eben mit TikTok, Facebook oder Snapchat. Irgendeine andere „wilde“ Plattform hätte ich dafür schon gefunden.

DJ Mag Germany: Auf deinen Socials spielst du häufig auf Stigmata aus der Techno-Szene an.

Stella: Ja, schon. Vor ein paar Jahren noch war die Szene super ernst. Ich habe das Gefühl, dass sich das ändert. Ein bisschen Humor und „gude Laune“ hat doch noch niemanden geschadet.

DJ Mag Germany: Bevor es in den Word Rap geht: Siehst du dich als Kunstfigur?

Stella: Nachts bin ich Stella Bossi und tagsüber Stella Ossi. Wenn ich meine Familie ein wenig ärgern möchte, dann sitze ich mit Sonnenbrille am Esstisch, schaue grimmig und spreche kein Wort. Ich finde es herrlich, wie sie sich dann aufregen.

Word-Rap

DJ Mag Germany: Ist Stella Bossi eine Frau der Extreme?

Stella: Puh, gute Frage. Für mich persönlich bin ich das nicht. Ich lebe einfach meine Facetten aus und bin, wer ich bin. 

DJ Mag Germany: Großes Glas Aperol oder großes Glas Weinschorle?

Stella: Beides mischen, dann ergibt das Aperol Spritz.

DJ Mag Germany: Welcher Techno-Style? Reinier Zonneveld oder Charlotte de Witte?

Stella: Reinier ist ein toller Kerl und guter Freund. Ich feiere seine Art und Weise und seine Produktionen.

DJ Mag Germany: Mit oder ohne Brille?

Stella: Immer mit.

DJ Mag Germany: Wenn du morgen alles stehen und liegen lassen könntest, wärst du immer noch Stella Bossi?

Stella: Um Himmels willen, ich wüsste gar nicht, was ich tun würde. Im Alter werde ich jedenfalls Winzerin, wenn dann die Welt noch steht.

DJ Mag Germany: Lack und Leder oder Jogginghose?

Stella: Jogginghose ist Leben!

DJ Mag Germany: Perfektionismus oder Imperfektionismus?

Stella: Nerviger und ganz schrecklicher Perfektionismus.

DJ Mag Germany: Was ist der schlechteste Tipp, den du je erhalten hast?

Stella: Oh wow, da gab es unzählige! Der Schlechteste war, von einigen namhaften, sehr großen DJs, dass ich nie auflegen sollte. Man ist eben von Menschen umgeben, die immer alles besser wissen. Ich denke, es ist wichtig, auf sich zu hören und mit den Entscheidungen, die man trifft, ungeachtet der Folgen leben zu können.

DJ Mag Germany: Die Nacht durchfeiern oder zu Hause chillen?

Stella: Beides sind Lebensessenzen. Ohne Feiern würde mir Chillen keinen Spaß machen und ohne Chillen hätte ich keine Kraft und keinen Bock zu feiern.

DJ Mag Germany: Chips oder Süßkram?

Stella: Schoki ist Leben!

DJ Mag Germany: Danke für das Interview, Stella!

Fotocredit: Foggy Moe

Human Rias: „Kunst ist in sich schon eine Rebellion“

Human Rias im exklusiven Interview mit DJ Mag Germany

DJ Mag: Hey Human, bevor wir so richtig tief in die spannenden News rund um dein neustes Release eintauchen, würden wir gerne mehr über deine Origin Story hören. Von Tour- und Artistmanagement hin zu eigenen Shows und Produktionen – wie hat sich das ergeben?

Human Rias: Das Ziel war immer schon Artist zu sein. Ich wollte mich aber auch erst mal durch die ganze Event-Industrie schlagen, von der Artist Care über Creative Director, Manager, Festival Booker, Artist Booker bis zum Tourmanager. Meine Einstellung ist da simpel: „Don’t do it for the money. Do it out of passion and good things will happen …“

DJ Mag: Durch diesen Weg hast du die Möglichkeit bekommen, ein tiefgründiges Verständnis der Mechanismen der elektronischen Szene zu erlangen. Wie beeinflusst dich das heute als Künstler? Hat es vielleicht auch manchmal negative Aspekte?

Human Rias: Ich würde sagen, es beeinflusst mich, Dinge wirtschaftlicher zu verstehen und mit mehr Rationalität zu schauen, wie ich an mein Ziel komme. Es hat natürlich auch manchmal negative Aspekte, vor allem weil man so auch ab und zu die eigene Kreativität einschränkt. Deshalb ziehe ich mich gerade von vielen Projekten zurück, um mich vollends auf meine Artist-Karriere zu konzentrieren. 

Die Geschichte hinter dem neuesten Human Rias Track

DJ Mag: Mit deinen Releases gibst du aktuell richtig Gas! Die neueste Nummer „Don’t Know What To Say“ mit Just James und der ukrainischen Sängerin Teya Flow hat dabei auch noch einen ganz besonderen Hintergrund. Was bedeutet dir der Track? Wie sah der kreative Prozess dahinter aus?

Human Rias: Der Track ist aus einem tiefen Herzschmerz von James und mir entstanden und Teya hat dem Ganzen dann ihre wunderschöne Stimme gegeben. Gleichzeitig wollten wir auch das Projekt meiner guten Freundin Nataliia unterstützen, die Spenden sammelt, um Hilfsgüter an die ukrainische Front zu schicken. (Anmerkung der Redaktion: Hier könnt ihr auch an das wichtige Projekt spenden!)

DJ Mag: Auch mit der Unterstützung von Weles nimmst du erneut eine karitative Dimension mit in dein künstlerisches Schaffen auf. Welche Rolle findest du sollte Kunst generell spielen, wenn es darum geht, für das Gute auf der Welt einzustehen?

Human Rias: Kunst sollte immer selbstlos sein, und andere unterstützen. Ich sehe meine Kunst immer als Teil einer Bewegung. Kunst bewegt und ist eine in sich schon eine Rebellion.

Das Ding mit der Musik und der Revolution

DJ Mag: Du hast familiäre Wurzeln im Iran, ein weiteres Land, in dem Menschen aktuell für ihre Freiheit kämpfen. Ist in diesem Umfeld im Moment so etwas wie Techno-Kultur überhaupt möglich? Wie ist dein Blick auf die Situation?

Human Rias: Die Techno-Kultur fängt dort langsam an zu blühen, es gibt viele Underground-Raves, bei deinen Menschen ihr Leben aufs Spiel setzen für ein paar Stunden Freiheit. Mein Blick auf die Situation ist unverändert: Die Menschen müssen selbstbestimmt und von sich aus frei werden – mit unserer Unterstützung. 

DJ Mag: Worin siehst du die größte Stärke von elektronischer Musik beim Kampf für mehr Freiheit auf der Welt? Als jemand, der quasi in alle Bereiche der Industrie einen Einblick hat: Was könnten deiner Meinung nach alle Beteiligten – DJs, Producer, Labels und Veranstalter – tun?

Human Rias: Musik ist die friedlichste und sicherste Waffe während einer Revolte, einer Revolution bzw. generell für einen Freiheitskampf. Sie verbindet generationsübergreifend. Unsere Szene darf keine Angst haben vor der Politik, sie sollten dafür einstehen, wofür Techno eben steht. Wir dürfen keine Angst vor Hass oder Repressalien haben, nur weil wir Menschen unterstützen, die für ihre Freiheit kämpfen. Musik ist eine Bewegung, Techno eine Revolution, dafür sollten wir alle stehen. 

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Und wie geht’s weiter?

DJ Mag: Auch sonst haben wir als Menschheit aktuell genug Herausforderungen: wachsende Ungleichheit, Hunger, Klimawandel und und und … könntest du dir vorstellen, auch eins dieser Themen als Künstler zu behandeln?

Human Rias: Ich werde mit jedem Release ein Thema versuchen zu „behandeln“. Mehr kann ich dazu noch nicht sagen 😉

DJ Mag: Wir wollen selbstverständlich noch auf eine positive Note enden: Worauf freust du dich jetzt die nächsten Wochen und Monate am meisten? Was geht bei dir noch so ab?

Human Rias: Mein Juli wird mega! Ich spiele mit Tomorrowland, Exit und Audio River drei Major-Festivals, das wird ein besonderes Erlebnis – aber auch alle weiteren Festivals werden ohne Frage spannend!

Fotocredit: Human Rias