Kommentar: Ocean ist der beste Martin Garrix Song bis jetzt!

Ocean ist das musikalische Highlight von Martin Garrix’ Karriere

Er ist die unbestrittene Nummer 1: Martijn Garritsen, der 22-jährige EDM-Superstar, dominiert die Charts, die Bühnen, die Spotify-Playlists. Was er macht ist erfolgreich, sein Name ist ein Synonym für “Senkrechtstarter”. Als für ihn mit “Animals” mit grade mal 17 Jahren der internationale Durchbruch kommt, kann er seinen Club-Hit noch nicht legal in Clubs hören: Irgendwie verrückt. 

Über die Jahre hat sich sein Sound stetig gewandelt, er hat durchgehend Neues ausprobiert. Erfolgreich war er damit immer. 4 Mal Platin allein in Amerika beweist das. Man sollte sich also kaum wundern, wenn Garrix’ neue Single ganz anders ist, als alles andere, was davor gekommen ist. Und dennoch verwundert “Ocean”.

So unterschiedlich, wie “There For You” und “Byte”, “In the Name of Love” und “Gold Skies” und “Scared To Be Lonely” und “Make Up Your Mind” auch sind, eins haben sie gemeinsam: Die unbestreitbare Tanzbarkeit, diesen Rhythmus und diese fette Kick, gepaart mit einer Lead-Synth, die zusammen einfach mitreißen. Aus dieser Gewohnheit ist die aktuelle DJ Mag Nummer 1 nun ausgebrochen.

Garrix übertrumpft ‘Mello und die Chainsmokers

Anstatt einer fetten, hohen Lead-Synth gibt es dezente Klaviertöne und Streicher. Statt einer treibenden Kickdrum, die einen zum Springen animiert, gibt es eine ausgeklügelte Percussion, die mehr R’n’B als EDM ist, einen eher zum langsamen Mitwiegen bringt.

Und dennoch passt die Nummer zum Star-DJ und Mädchenschwarm. “Ocean” ist am Puls der Zeit. Denn die, die sich in letzter Zeit gedacht haben “Hey, lass die Anderen mal den nächsten Track mit 128 BPM, Supersaw und aussagelosen Lyrics machen, wir machen unser eigenes Ding”, wurden reich belohnt.

Die Chainsmokers und Marshmello haben mit “Silence”, “Sick Boy” und “Somebody” den Anfang gemacht – und wurden dafür gefeiert. Martin Garrix setzt noch einen drauf, versieht “Ocean” mit den unfassbar starken Lyrics und der fantastischen Stimme von Khalid, der sich gegenüber “Silence” erneut selber übertrifft. 

Das Fazit

Musikalisch ist deswegen “Ocean” einfach stärker als alles, was davor von Garrix gekommen ist, es ist mutiger, komplexer, und – ja – schöner. Der Niederländer gibt sich nicht damit zufrieden der Dominanz von R’n’B in den globalen Charts tatenlos zuzusehen, sondern versieht das Genre mit seinem eigenen Touch. Der Buildup mit den Claps, die Geigen vor dem “Drop”, der Wechsel in der Percussion zum Refrain: All das ist immer noch elektronische Musik. Aber eben nicht für die Ultra-Bühne, sondern für die Teenies die mit Herzschmerz im Bett liegen, für die Taxifahrt aus dem Club nach Hause, für die Coverband in der Bar. 

Martin Garrix & Khalid

Garrix zeigt wie vielseitig er, wie vielseitig EDM ist. Und dass das Genre stärker denn je ist. Abschließend noch an Alle, die trotzdem etwas zum Springen brauchen: Die Remix-EP kommt sicher bald!

Credits: Martin Garrix, Khalid