Kommentar: Jammert nicht rum, liebe Künstler, und seid fair!

Mehr als Business: Die wahre Dynamik zwischen Künstlern und Managern

Wenn junge, aufstrebende Künstler in ihrer Karriere den nächsten Schritt gehen wollen, ist die Suche nach einem Management meist die logische Konsequenz. Manchmal ist es aber auch andersherum: Manager werden auf Künstler aufmerksam. Sie sehen Potenzial im jeweiligen Act und gehen dann ALL IN.

ALL IN meint in den meisten Fällen, vor allem dann, wenn der Künstler noch keinen Hit und kaum Bookings hat, dass sie nicht bezahlt werden.

Die meisten Manager verdienen in den ersten zwei Jahren nichts. Stattdessen bieten sie dem Künstler Netzwerk, Austausch, Chancen, Orientierung, Rat und so viel mehr. Sie sind quasi 24/7 für den Künstler da, pushen ununterbrochen, manchmal erfolgreich, manchmal weniger. Aber sie arbeiten, jeden Tag. Weil sie natürlich wissen, dass wenn der Act funktioniert, sie irgendwann mitverdienen. Trotzdem bleibt bei jedem neuen Act ein Risiko für den Manager und seine Firma. Wird der Act nicht erfolgreich, war es für den Manager, rein wirtschaftlich betrachtet, eine Fehlinvestition.

Martin Garrix ist traurig
Foto: Rukes

Zwischen Künstler-Jammern, Manager-Verdiensten und der Kunst der Teamarbeit

Ja, es mag immer Ausnahmen geben. Aber ich kann das Rumgejammere mancher Künstler (national und international) nicht mehr hören, weil es schlichtweg einfach nicht stimmt, was da teilweise behauptet wird.

Dass Manager irgendwann auch mal mitverdienen wollen, ist nicht verwerflich. Im Gegenteil.

Man kann sich darüber streiten, ob es fair ist, wenn sich Manager mit auf Songs schreiben. Aber, wenn ein DJ wirklich „nur“ auflegen kann und keinerlei Produktions-Skills hat und der Manager von Song bis Produktion alles anliefert, ist es dann nicht gerechtfertigt, ihm einen Teil des Kuchens abzugeben? 

Man gewinnt und verliert immer als Team. Und es ist ganz normal, dass man sich in einer Artist-Manager-Beziehung nicht immer einig ist. Es gibt manchmal unterschiedliche Interessen, unterschiedliche Ansichten. Und das ist auch ok. Es ist auch okay, wenn irgendwann eine der beiden Seiten, keine Lust mehr auf eine Zusammenarbeit hat, weil es menschlich „oder so“ nicht mehr passt. Das ist überall im Leben so. Menschen wechseln ihre Jobs, ihre Partner, ihre Interessen.

Was aber nicht okay ist, Manager ständig vorzuwerfen, dass sie immer nur das Geld wollen, ihnen die Künstler egal sind, oder sie nichts machen. Die schlimmste Aussage, die ich aber immer wieder höre, ist dieses pauschalisierenden „die sind alle gleich.“ Was ein Schwachsinn. Ehrlich.

Überangebot, Absagen und die unsichtbare Arbeit der Manager

Ein Beispiel aus der Fußballwelt: Wissen Künstler eigentlich, dass manche Fußballvereine hunderte Meetings haben, bis sie einen geeigneten Sponsor finden? Sie kassieren, bevor der eine große Sponsor zusagt, etliche von Absagen. Sie rennen so viele Türen ein, aber am Ende bleiben die meisten Türen verschlossen. Weil es sowohl im Fußball, als auch in der Musik, ein Überangebot gibt.

Es gibt so viele Künstler, aber gemessen an der Anzahl der Acts, gibt es zum Beispiel nicht genügend Slots auf Festivals. Heißt: Ein Manager bekommt Absagen. Dutzende, jeden Tag. Auf eine Zusage, einen Gefallen, kommen doppelt so viele Absagen und bad News im Postfach des Managers an.

Nur sehen das die Künstler nicht, weil sie sich oft für die Größten halten und Künstler untereinander sich das genauso oft auch widerspiegeln. Da ist kein Platz für Kritik, kein Platz für Absagen, kein Platz für schlechte Neuigkeiten. 

Gleichzeitig werden die vielen Stunden Arbeit, alle Meetings, Calls usw. nicht gesehen. Es zählen nur Ergebnisse. Wie stellen sich das manche Künstler eigentlich vor? Denken sie wirklich, dass die Welt da draußen nur auf sie gewartet hat? Ich betone noch mal: Es gibt ein Überangebot. 

Selbst ein Superbooker oder Veranstalter macht oft nicht nur einen Call, sondern 3,4, bis ein Booking wirklich safe ist.

Und schaut man sich mal an, wie viele Künstler richtig groß und erfolgreich sind, ist das auch hier, gemessen an der Anzahl der Künstler, ein so geringer Anteil, um genauer zu sein, weniger als 5 %.

Martin Garrix in der Sonne
Foto: Rudgr

Ihr gewinnt und verliert zusammen

Wie gesagt, Ausnahmen bestätigen die Regel. Ich will hier nicht sagen, dass es da draußen keine schlechten Manager gibt. Die gibt es bestimmt. Genauso wie es schlechte Ärzte, Anwälte, Busfahrer, Fußballer usw. gibt. Ich kenne aber sehr viele Manager, die sich jahrelang – sorry – den Arsch aufgerissen haben, und nichts als Undankbarkeit und Respektlosigkeit gegen den Kopf geknallt bekommen und sich am Ende in irgendwelchen Rechtsstreitigkeiten mit ihren Künstlern wiedersehen, psychisch am Ende und gebrochen.

Weil, was ja oft auch vergessen wird: Hier arbeiten Menschen miteinander. Eine Artist-Manager-Beziehung ist nicht einfach nur ein Kunden/Dienstleistungsverhältnis. Es ist oft eine Freundschaft, eben weil man alle Höhen und Tiefen gemeinsam erlebt. Vergesst das nicht.

Also liebe Künstler, versucht mal, euch in eure Manager hineinzuversetzen. 

Seid dankbar, seid respektvoll und vergesst nie: Ihr gewinnt und verliert zusammen.

Und liebe Manager: Ich fühl’ euch alle so. Ich weiß, manche Künstler sind nicht einfach und leider wird unsere Arbeit nicht immer gesehen, weil viel im Hintergrund passiert. Habt aber bitte auch Verständnis dafür, dass das Game da draußen nicht easy ist und der Druck für Künstler unheimlich hoch ist.

Und an beide Seiten: Wenn’s nicht mehr geht, trennt euch, aber bleibt bitte, bitte fair und verhaltet euch nicht wie kleine Kinder, denen der Luftballon geplatzt ist. 

Fotocredit: Jacob Morch

Robin Schulz: „Die Show in Osnabrück ist mein absolutes Highlight im Sommer!“

Robin Schulz im exklusiven DJ Mag Germany Interview  

Hi Robin & Happy New Year! Dein Start ins neue Jahr sah auf Insta ziemlich spektakulär aus: Du hast mit Dimitri Vegas und Topic im FIVE Palm Jumeirah Hotel in Dubai aufgelegt, hab ich gesehen. War das Zufall, dass Ihr alle da wart und du hast die Jungs spontan hinters DJ-Pult geholt oder wart Ihr alle gebucht für den Abend?

Robin Schulz: Das B2B2B Special war mehr oder weniger spontan. Topic wohnt ja in Dubai und Dimitri spielt auch häufiger im Penthouse (Anmerkung der Redaktion: Rooftop Lounge & Nightclub im FIVE Palm Jumeriah). Ja, war aber ein sehr lustiger Abend!

Ich nehm mal an, dass Ihr (also du und Topic) in der Nacht auch schon eure neue Single „One By One“ vorgestellt habt, die heute erscheint. Erzähl unseren DJ Mag Germany Lesern doch gerne mal ein bisschen über den Track.

Robin Schulz: Klar, gerne. Nach der Single „Oxygen“ ist es schon meine zweite Single mit der schwedischen Sängerin Winona Oak und das hat einen Grund: Ihre Stimme ist einfach der absolute Wahnsinn! Im Laufe der Produktion habe ich den Song an Topic geschickt und gefragt, ob er Lust hat, mit dran zu arbeiten. Er war direkt am Start und von da an ging alles ziemlich fix.

Ihr hattet vorher mit „In Your Arms“ schon einen gemeinsamen Song und lebt / arbeitet jetzt beide in Dubai. Wie muss man sich den Alltag dort so vorstellen? Was ist anders?  

Robin Schulz: Hier scheint einfach immer die Sonne! Das ist der größte Unterschied und ich denke für die meisten Leute der Grund, hier so viel Zeit zu verbringen oder hier zu leben! Der Alltag an sich ist eigentlich nicht anders als in Deutschland.

In deinen Insta Stories nimmst du deine Fans gerne mal mit Shoppen. Während der Pandemie haben sich vor deiner Haustür die Amazon Pakete gestapelt. Im September warst du dann in Dubai shoppen und hast – was war das? – einen 2 m langen Kassenbon in deiner Insta Story präsentiert?

Robin Schulz: (lacht) Ich glaube, das war kein Kassenbon, sondern Token!

Da hast du dich so gerade noch mal rausgerettet. In Dubai kann man natürlich noch viel mehr machen als nur Shoppen: Jetcar fahren. Oder Quadfahren in der Wüste. Topic hat dich gefilmt, wie du im Sand festgesteckt hast.

Robin Schulz: Genau, das war fürs Musikvideo von „One By One“, das heute Nacht online gegangen ist. Aber ich möchte zu meiner Verteidigung sagen: Topic hat sich auch festgefahren!

Schreib ich mir mal auf die Bucketlist. Was steht auf deiner?

Robin Schulz: Über die beruflichen Dinge kann ich gerade noch nicht allzu viel verraten. Es kommt auf jeden Fall was Neues (grinst). Privat stehen die Polarlichter ganz oben auf meiner Bucketlist!

Oh cool. Martin Garrix war auch gerade im Januar in Finnland, um die Polarlichter zu sehen. Ich fühl mich gerade im verschneiten Deutschland auch ein bisschen als wär ich in Finnland. Gibt es irgendwas, was du an Deutschland vermisst, seit du in Dubai wohnst?   

Robin Schulz: Definitiv das Essen! Auf die klassische deutsche Küche freu ich mich immer, wenn ich in der Heimat bin.

Du kommst ja diesen Sommer wieder ein paar Mal vorbei: Du bist als Headliner fürs Tante Mia Tanzt Festival (9. Mai 2024) angekündigt und fürs Schlossgarten Open Air in deiner Heimatstadt Osnabrück – das ist schon special, oder?

Robin Schulz: Auf jeden Fall. Die Show in Osnabrück ist mein absolutes Highlight im Sommer! Nach so langer Zeit mal wieder da zu spielen, wo alles angefangen hat. Das wird ein ganz besonderer Gig, an dem wir jetzt schon arbeiten. Man kann auf einige Gäste gespannt sein!

Nice Info, danke! Halt uns da bitte auf dem Laufenden! Das Schlossgarten Open Air mit Robin ist übrigens am 9. August 2024 und die Tickets sind schon im Vorverkauf, falls jemand zuschlagen will. Ansonsten, klar, ist Robin diesen Sommer garantiert auch wieder auf Ibiza. Dein Lieblingsclub?   

Robin Schulz: Natürlich das Pacha. Das ist quasi mein zweites Zuhause, weil ich hier die vergangenen Jahre im Sommer jeden Donnerstag gespielt habe. Und wie sagt man so schön „Zuhause ist es am schönsten“!

Warum frag ich überhaupt? Wir sehen uns im Pacha – oder im August in Osnabrück! 

Robin Schulz: So machen wir’s. Danke und liebe Grüße. Euer Robin.

Fotocredit: Philipp Gladsome

TikTok Brandneu: Entdecke die heißesten Hits mit Noisetime & Fabian Farell

Noisetime, Fabian Farell und DJ Mag Germany präsentieren TikTok Brandneu

Zwei kreative Köpfe spielen die Schlüsselrolle dieser fesselnden neuen Playlist. Zum einen Fabian Farell, der sich in kürzester Zeit vom Geheimtipp zu einem der gefragtesten Breakout-DJs und -Produzenten Deutschlands entwickelt hat. Seine künstlerische Vision und seine einzigartige Herangehensweise an Musik machen ihn zu einer treibenden Kraft in der nationalen elektronischen Musikszene. Inzwischen ist der Krefelder aber auch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus unterwegs und bereist ganz Europa, Asien und die USA.

Der zweite kreative Kopf ist Noisetime, ein weiterer aufstrebender Name, der auf Social Media regelmäßig mit seinem Sound viral geht. Im Jahr 2023 hat der talentierte Hallenser nicht nur in der TikTok-Szene, sondern auch im Musikbusiness für Furore gesorgt. Mit Kollaborationen, die von Culcha Candela über Mickie Krause bis hin zu Jerome und weiteren reichen, hat Noisetime seine Vielseitigkeit und Innovationskraft unter Beweis gestellt. Seine jüngste Meisterleistung? Eine knallharte Techno-Version des Hits „ECHT“ von Glasperlenspiel.

Gemeinsam haben Noisetime und Fabian Farell mit dem DJ Mag Germany die Playlist „TikTok Brandneu“ ins Leben gerufen. Diese kuratierte Sammlung von Tracks verspricht, die neuesten und angesagtesten TikTok-Hits zu präsentieren. Von mitreißenden Beats hin zu viralen Hits – die Playlist ist eine Ode an die pulsierende Energie der TikTok-Szene.

Fotocredit: dimensionmedia | Patrick Meurer

Diese EDM-Klassiker werden 2024 zehn Jahre alt

Unvergessliche EDM-Klassiker von 2014

Los geht’s mit „Tremor“, einem der größten Festival-Hits der vergangenen Jahre. Diese mitreißende Hymne, produziert von Dimitri Vegas & Like Mike in Zusammenarbeit mit Martin Garrix, hat weltweit Festivalbühnen zum Beben gebracht und die Massen mit ihren pulsierenden Beats und euphorischen Melodien in Ekstase versetzt.

Oliver Heldens & Becky Hill – Gecko (Overdrive)

Weiter geht’s mit „Gecko (Overdrive)“, einem weiteren EDM-Klassiker, der die Tanzflächen weltweit erobert hat. Oliver Heldens und Becky Hill landeten mit der Vocal-Version von „Gecko“ in vielen Charts – unter anderem auch in Deutschland und in Großbritannien ging es sogar ganz nach oben auf Position 1.

Galantis – Runaway (U & I)

Fast ganz nach oben in UK ging es auch für Galantis und ihren Song „Runaway (U & I)“. Es war die erst vierte veröffentlichte Single des schwedischen Duos und ebnete den Weg für eine erfolgreiche Karriere als Galantis. Denn schon zuvor waren Miike Snow und Linus Eklöw aka Style of Eye sehr erfolgreich solo in der elektronischen Szene unterwegs.

Calvin Harris – Summer

Der folgende Künstler ist auch schon länger erfolgreich in der elektronischen Szene unterwegs: Es handelt sich um Calvin Harris. Der Schotte hat 2014 seinen Song „Summer“ veröffentlicht, der passend zum Titel ein absoluter Sommerhit geworden ist.

David Guetta & Showtek feat. VASSY – BAD

„BAD“ von David Guetta, Showtek und Vassy war ebenfalls ein absoluter Hit – und zwar auf den Festivals dieser Welt. Egal, ob Ultra Miami, Tomorrowland, Amsterdam Music Festival, Untold, Ultra Europe oder Parookaville: überall lief der Track.

David Guetta feat. Sam Martin – Lovers On The Sun

Wir bleiben auch gleich bei David Gutta, denn der hat zusammen mit Sam Martin 2014 noch so einen Kracher veröffentlicht: „Lovers On The Sun“. Bei der Nummer hatte außerdem unter anderem auch Avicii seine Finger mit im Spiel.

Avicii feat. RAS – The Nights

Avicii hat 2014 aber auch selbst mehr als hörenswerte Songs veröffentlicht. Unter anderem „The Nights“, wo Nicholas Furlong als Sänger und Songwriter mitgearbeitet hat. Furlong schrieb das Lied als Ode an seinen Vater und die Inspiration für den „piratenhaften Kampfsong“ kam ihm in einer Bar in Irland.

Martin Garrix’ Hits 2014

Zum Schluss gibt’s noch mal jeden Menge Martin Garrix auf eure Ohren. Zusammen mit Afrojack hat er 2014 nämlich die Festival-Hymne „Turn Up The Speakers“ veröffentlicht.

Zusammen mit Sander van Doorn, DVBBS und Aleesia hat er den Track „Gold Skies“ veröffentlicht.

Und gemeinsam mit MOTi hat er 2014 einen weiteren Festival-Kracher releast: „Virus (How About Now)“

Diese EDM-Klassiker werden 2024 ebenfalls zehn Jahre alt:

  • Alesso feat. Tove Lo – Heroes (We Could Be)
  • Armin van Buuren – Ping Pong
  • Axwell Λ Ingrosso – We Come, We Rave, We Love
  • Calvin Harris – C.U.B.A.
  • Deniz Koyu – Ruby
  • Deorro – Five Hours
  • Dillon Francis & DJ Snake – Get Low
  • Dimitri Vangelis & Wyman X Steve Angello – Payback
  • Duke Dumont feat. Jax Jones – I Got U
  • Hardwell feat. Chris Jones – Young Again
  • KSHMR & DallasK – Burn
  • Kygo feat. Conrad Sewell – Firestone
  • R3hab & Deorro – Flashlight
  • Sander van Doorn & Oliver Heldens – THIS
  • Stadiumx & Taylr Renee – Howl At The Moon
  • The Chainsmokers – #Selfie
  • TJR & VINAI – Bounce Generation
  • W&W – Bigfoot
  • ZHU – Faded

Fotocredit: Rukes

Jahresrückblick: Diese Themen haben die EDM-Welt 2023 bewegt

Stella Bossis Festival-Fauxpas

Eines der brisantesten Themen 2023 in der EDM-Welt war Stella Bossi. Beim S.T.A.R. Festival im Oktober hat es zwischen der Berlinerin und Pappenheimer ordentlich geknistert – im negativen Sinne. Pappenheimer spielte sein Set und durfte wegen der Verspätung von Stella Bossi noch ein paar Minuten mehr dranhängen. „Bis dahin kein Problem“, schrieb er auf seinen Social-Media-Accounts. Dann kam jedoch Stella Bossi, ließ laut Pappenheimer sofort die Bühne räumen, brachte kein „Hallo“ oder „Danke“ heraus und griff in sein laufendes Set-up – Pappenheimers letzter Track wurde abrupt beendet. Was dann folgte, war ein ziemlich großer Shitstorm gegen Stella Bossi. Mittlerweile ist das Ganze aber wieder abgeflacht und es scheint gegessen zu sein.

Der unerwartete Triumph von „Mädchen auf dem Pferd“

Ein heißes Thema war auch der Sommerhit dieses Jahres, denn zum ersten Mal wurde im August eine Techno-Nummer zum Sommerhit gekürt. „Mädchen auf dem Pferd“ von Luca-Dante Spadafora, Niklas Dee und Octavian ging im Sommer richtig viral und hat innerhalb kürzester Zeit die Charts und Streaming-Plattformen erobert.

Aviciis „Wake Me Up“ erreicht 2 Milliarden Streams

Apropos Streaming-Plattformen erobern: Ebenfalls im August knackte Aviciis „Wake Me Up“ die 2 Milliarden Streams auf Spotify. Avicii ist damit der erste schwedische Künstler, der diese bemerkenswerte Leistung erreicht hat und auch erst der zweite elektronische Künstler nach The Chainsmokers. Stand jetzt haben erst 56 Songs diese magische Marke geknackt.

Felix Harrers Neuauflage von „Drei Haselnüsse“

Wir bleiben bei der Musik. Für Furore hat im Dezember nämlich auch Felix Harrer gesorgt. Mit seiner Neuauflage von „Drei Haselnüsse“ zusammen mit Jaques Raupé hat er Social Media und die Charts wie im Sturm erobert. Das Ganze ist eine Kombination, die nicht nur die Herzen von „Aschenbrödel“-Fans höherschlagen lässt, sondern auch Techno-Enthusiasten in ihren Bann zieht.

Reinier Zonneveld: Guinness-Weltrekord für das längste Techno-Live-Set

In seinen Bann gezogen hat auch Reinier Zonneveld seine Fans. Im August hat das Techno-Urgestein nämlich Geschichte geschrieben, indem er einen neuen Guinness-Weltrekord für das längste Live-Set mit elektronischer Musik aufgestellt hat. Ganze 11 Stunden und 11 Minuten hat der Niederländer auf seinem Karren Maar Festival mit einem Solo-Live-Set begeistert. Der rekordbrechende Auftritt wurde im historischen Stadsblokken in Arnheim, Niederlande, durchgeführt. Reinier Zonneveld nutzte dabei seine Technik, während des Spielens zu komponieren, sowie eine große Auswahl seiner neuen Musik, um sein bisher ehrgeizigstes und unvergesslichstes Set zu präsentieren.

Rückschlag für Jerome: Kontor-Star nach Verkehrsunfall im Krankenhaus

Neben all den positiven Nachrichten gab es jedoch auch einige Rückschläge zu verkraften. Kontor-Aushängeschild Jerome etwa hatte im November einen schweren Verkehrsunfall und musste daraufhin einige Zeit im Krankenhaus verbringen. Weihnachten verbrachte der Hamburger aber wieder zu Hause bei seiner Familie und wir wünschen ihm auf diesem Wege weiterhin alles Gute.

Headhunterz’ Abschied: Ein letzter Auftritt und ein neues Kapitel

Eine schwere Zeit mussten dieses Jahr auch die Fans von Headhunterz durchmachen, denn der Niederländer gab im August bekannt, nur noch bis Ende 2023 auf der Bühne zu stehen, danach beginnt ein neues Kapitel für ihn. Ob er danach jemals auf die großen Stages zurückkehren wird, hält er sich offen. Seinen letzten Auftritt absolvierte Headhunterz am 23. Dezember in Tilburg, Niederlande.

Keine Handys erlaubt: James Hype und MEDUZA setzen auf Handy-Verbot beim ADE

Rüber nach Amsterdam, denn dort führten James Hype und MEDUZA im Oktober auf dem Amsterdam Dance Event für ihre „Our House“-Events ein Smartphone-, Film- & Foto-Verbot ein. In manchen Clubs und Szenen ist das bereits gang und gäbe, im „Mainstream“-EDM-Business jedoch fast gar nicht. Für James Hype und MEDUZA war die neue Regelung eine Herzensangelegenheit. Zu viele Tanzflächen hätten sie schon erlebt, die die ganze Nacht lang von Handys überflutet waren. Ein Problem, das immer wieder von Künstlern und Partygängern auf der ganzen Welt betont wird.

Electric Zoo Desaster

Probleme gab es auch im September beim Electric Zoo Festival. Nachdem der erste Festivaltag wegen der nicht fertigen Mainstage abgesagt werden musste, haben sich am letzten Tag chaotische Szenen ereignet. Besucher haben das Gelände gestürmt, weil der Veranstaltungsort seine Kapazität erreicht hatte. Das war wirklich ein Festival zum Vergessen.

@renergy203

Electric Zoo 2023 kept ticket holders trapped in line for hours with no water or escape route packed together in 90⁰ heat

♬ original sound – 🌈 Ren 🌈

Pannen beim Panama Open Air

Vergessen wollten viele Festivalgänger auch das Panama Open Air im Juli. Künstler wie Skrillex, Martin Garrix oder Marteria standen auf dem beeindruckenden Line-up, doch viele Besucher waren enttäuscht. Auf Social Media hagelte es Kritik: katastrophale Toilettenbedingungen, stundenlang keine Getränke und eine schlechte Organisation waren die großen Kritikpunkte.

Michael Bibi triumphiert über den Krebs

Keine Kritik, dafür aber sehr viele Genesungswünsche gab es 2023 für Michael Bibi. Im Juni dieses Jahres gab der Tech-House-Star bekannt, dass er an einem ZNS-Lymphom erkrankt ist, einer seltenen Form von Gehirn- und Wirbelsäulenkrebs. Im Dezember dann aber die gute Nachricht: Nach sechsmonatiger Behandlung ist der Gründer von Solid Grooves krebsfei. „Nach sechs Monaten Kampf verlasse ich das Krankenhaus offiziell in Remission und ohne Krebs in meinem Körper“, schrieb er.

Tribe Of Nova Tragödie

Die schlimmste Nachricht erreichte uns im Oktober. Auf dem Tribe Of Nova Festival im Süden Israels sind Hunderte Menschen einem Massaker der Hamas zum Opfer gefallen. Es sollte ein fröhliches Festival werden – am Ende war es ein „Schlachtfeld“, wie Festivalbesucher berichteten. Insgesamt wurden rund 360 Menschen bei dem Anschlag auf das Festival ermordet.

Hï Ibiza erneut auf dem Thron

Kommen wir zum Schluss zu den DJ Mag Top 100 Votings. Im Mai triumphierte das Hï Ibiza beim DJ Mag Top 100 Clubs Voting und landete zum zweiten Mal in Folge auf Platz 1. Das Printworks in London sicherte sich Platz 2 und Platz 3 ging an das Green Valley in Camboriú. Deutschlands Clubs hingegen verloren alle an Boden, auch wenn das Bootshaus weiterhin in den Top 10 ist.

Tomorrowland sichert sich Platz eins

Im August gewann das Tomorrowland zum zweiten Mal in Folge und zum dritten Mal insgesamt das noch junge DJ Mag Top 100 Festivals Votings. Über 100.000 Stimmen wurden abgegeben und haben neben dem belgischen Mega-Event auch acht deutsche Festivals unter die Top 100 gewählt – den World Club Dome sogar in die Top 10.

David Guetta triumphiert

David Guetta gewann dann schließlich im November das DJ Mag Top 100 DJs Voting 2023 – zum insgesamt vierten Mal. Platz zwei ging an das belgische Brüderpaar Dimitri Vegas & Like Mike, die einen Platz gut machen und Vorjahressieger Martin Garrix landete auf Platz drei. Der erfolgreichste deutsche DJ war erneut Claptone: Platz 32 für ihn.

Fotocredit: Stella Bossi (Press Pic)

Jahresrückblick: Diese DJs sind 2023 richtig durchgestartet

Niklas Dee & Luca-Dante Spadafora gehören zu den Durchstartern 2023

Los geht es mit Künstlern, die hier hineinpassen, wie die Faust aufs Auge: Niklas Dee und Luca-Dante Spadafora. Anfang 2023 mögen die beiden wahrscheinlich nicht im Traum daran gedacht haben, was dieses Jahr so alles passieren würde. Mit „Mädchen auf dem Pferd“ produzierten die beiden Deutschen nicht nur den Sommerhit des Jahres, sie schafften es auch in Deutschland und in Österreich an die Spitze der Charts und bekamen hierzulande eine Goldene Schallplatte überreicht. Zusammen releasten sie außerdem Songs wie „About You Now (How I Feel)“ oder auch „Paradies“, die millionenfach gestreamt wurden. Aber auch solo sind die beiden Künstler mehr als erfolgreich unterwegs. So durfte Niklas Dee unter anderem einen offiziellen Remix für David Guettas „On My Love“ veröffentlichen und Luca-Dante Spadafora hat erst kürzlich seine Version des Outros „Ich Nehm Dich Bei Der Hand“ der erfolgreichen Zeichentrickserie „SimsalaGrimm“ releast. Kurzum: Das war ein ziemlich erfolgreiches Jahr für Niklas Dee und Luca-Dante Spadafora und definitiv der Durchbruch.

southstar knüpft an Erfolg an

Den Durchbruch schaffte unser nächster Protagonist fast schon 2022 und dieses Jahr hat er uns bewiesen, dass er definitiv keine Eintagsfliege ist. Die Rede ist von southstar, der 2022 mit „Miss You“ große Erfolge feierte und 2023 genauso weitermachte. Der DJ und Produzent veröffentlichte Remixe für Empire Of The Sun („We Are The People“) sowie Ellie Goulding („By The End Of The Night“) und konnte mit Songs wie „Typa Girl“ oder auch „Wild Ones“ an den Erfolg von „Miss You“ anknüpfen. Seine Musik trifft genau den Puls der Zeit und lässt uns gespannt darauf blicken, was der kreative Kopf hinter southstar als Nächstes für uns bereithält.

Space 92 gehört zu den Top-Techno-Artists

Weiter geht’s mit Space 92. Der Franzose gehört schon seit 2020 zu den Top-Artists im Techno-Genre auf Beatport, 2023 konnte er aber noch mal eine Schippe drauflegen. Zum ersten Mal konnte sich Space 92 etwa im 1001tracklists Top 101 Producers Ranking platzieren und landete auf Position 98. Das hat der Franzose Solo-Tracks wie „Gravity“ und „Apollo“ zu verdanken, aber auch Collabs mit HI-LO („Arpeggio“) oder Hardwell („The Abyss“). Erst kürzlich veröffentliche Space 92 außerdem seine Collab „Ravarp“ mit keinem Geringeren als Reinier Zonneveld.

Peggy Gou landet Mega-Hit

Die in Berlin lebende Peggy Gou startete 2023 musikalisch ebenfalls richtig durch. 2018 machte sie schon mal mit „It Makes You Forget (Itehane)“ auf sich aufmerksam und ist seitdem aus der House-Welt nicht mehr wegzudenken. Mit „(It Goes Like) Nanana“ landete sie dieses Jahr aber einen absoluten Hit, der die Charts in vielen Ländern eroberte und sie einem breiteren Publikum bekannt machte. Zum ersten Mal schaffte es Peggy Gou mit Platz 9 zudem in die Top 10 im DJ Mag Top 100 DJs Voting und ist damit die best-platzierte House-Künstlerin.

Chris Avantgarde und sein Melodic Techno

Wir machen mit Chris Avantgarde weiter, der 2022 bereits mit „Consciousness“, einer Collab mit Anyma, für Furore sorgte. 2023 machte er da weiter und releaste seine Songs auf den Labels Afterlife und Drumcode, was ihn den Support von Künstlern wie Adam Beyer, Oliver Heldens und Armin van Buuren einbrachte. Sein melodischer Techno-Sound fasziniert Fans weltweit und verleiht der elektronischen Musikszene eine erfrischende Note. Chris Avantgarde bleibt deswegen definitiv ein Künstler, den man im Auge behalten sollte.

Creeds bringt harten Techno zurück in die breite Masse

Im Auge behalten sollte man auch Creeds. International bekannt wurde der Franzose mit dem Track „Push Up“, der Chartplatzierungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien und den Niederlanden erreichte und an dem es 2023 kein Vorbeikommen gab. Creeds hat harten Techno zurück in die breite Masse gebracht und beweist mit seinen anderen Tracks, dass er nicht nur ein One-Hit-Wonder ist, sondern mit seinen pulsierenden Beats und innovativen Produktionen die Szene nachhaltig prägt. Sein kraftvoller Sound setzt neue Maßstäbe und lässt auf weitere aufregende Entwicklungen in seiner aufstrebenden Karriere hoffen.

BENNETT gehört zu den Newcomern des Jahres

Apropos Techno: Auch der in Koblenz geborene BENNETT schaffte mit einer Techno-Nummer 2023 seinen Durchbruch. Sein Remix des Songs „Vois sur ton chemin“ aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ von 2004 brachte dem Künstler außerdem die 1LIVE Krone in der Kategorie „Bester Dance Song“ ein. Wir sind gespannt, welche klanglichen Abenteuer und Erfolge BENNETT in den kommenden Monaten für uns bereithält.

Anmerkung der Redaktion: Die Reihenfolge in dem Artikel ist vollkommen willkürlich. Wir hätten gerne noch weitere DJs vorgestellt, die ein unglaubliches Jahr 2023 hatten. Das würde aber den Artikel sprengen.

Fotocredit: Anne Franziska Kanzler

Diese berühmten DJs kommen aus Deutschland

Das sind die berühmtesten DJs Deutschlands

Der Tag der Deutschen Einheit ist nicht nur eine Feier der politischen Wiedervereinigung Deutschlands, sondern auch eine Gelegenheit, die kulturelle Vielfalt des Landes zu würdigen. Eines der bemerkenswertesten Exportschlager der deutschen Kultur in den vergangenen Jahrzehnten ist zweifellos die elektronische Musikszene, und Deutschland hat einige der berühmtesten DJs der Welt hervorgebracht. Diese Künstler haben nicht nur die deutsche Musiklandschaft geprägt, sondern auch die globale elektronische Musikszene beeinflusst.

Hier sind einige der herausragendsten deutschen DJs, die international für Furore gesorgt haben (Anm. d. Red.: Die Liste ist nicht abschließend, willkürlich geordnet und benennt lediglich ein paar der bekanntesten deutschen DJs):

Paul van Dyk

Paul van Dyk, oft als Pionier der Trance-Musik gefeiert, ist eine lebende Legende der elektronischen Musikszene. Mit einer Karriere, die über drei Jahrzehnte reicht, hat er zahlreiche Hits produziert und unzählige Menschen auf der ganzen Welt mit seinen energiegeladenen Sets begeistert. Er ist zweifacher Gewinner des DJ Mag Top 100 DJs Votings und hat die Trance-Szene maßgeblich geprägt.

ATB

ATB ist ebenfalls ein Urgestein der deutschen Trance-Szene und hat eine beeindruckende Karriere mit zeitlosen Tracks wie „9 PM (Till I Come)“ und „Ecstasy“ hinter sich. Seine Musik hat Generationen von Trance-Liebhabern inspiriert und bleibt ein fester Bestandteil der elektronischen Musikszene.

Sven Väth

Hier nicht vergessen dürfen wir Sven Väth. Er gilt als einer der populärsten Vertreter des Techno-Genres und begann Mitte der 1980er-Jahre seine Karriere. In den 1990er-Jahren gründete er Labels wie Eye Q Records und Harthouse, im Jahr 2000 das Label Cocoon Recordings. Als DJ der Clubs Omen und Cocoon prägte er jahrzehntelang das Nachtleben von Frankfurt am Main.

Foto: JoeJoeJoe93Sven Väth (44)CC BY-SA 3.0

Robin Schulz

Auch Robin Schulz gehört in diese Liste. Sein Remix des Tracks „Waves“ von Mr. Probz brachte ihm weltweite Anerkennung und katapultierte ihn in die Riege der internationalen DJ-Superstars. In den vergangenen Jahren hat der DJ und Producer die unglaubliche Zahl von über 800 Gold-, Platin- und Diamantauszeichnungen in über 30 Ländern eingesammelt. Damit ist er der erfolgreichste deutsche Künstler im Ausland, den es jemals gab.

Zedd

Ebenfalls genannt werden sollte hier Zedd, der im russischen Teil der Sowjetunion geboren und in Kaiserslautern aufgewachsen ist. Mit Songs wie „Clarity“, „Stay“ oder „The Middle“ hat Zedd in den vergangenen Jahren die Charts erobert, außerdem gewann er einen Grammy und arbeitete mit Künstlern wie Katy Perry, Lady Gaga, Ariana Grande, Justin Bieber, Selena Gomez und vielen mehr.

Ellen Allien

Weiter geht’s mit Ellen Allien, die die Techno-Szene in Deutschland geprägt hat wie kaum eine andere Künstlerin. Die Berlinerin legt auf der ganzen Welt auf und hat ihren Kontakt mit elektronischer Musik im Jahr 1989 geknüpft, als sie für ein Jahr in London lebt und zum ersten Mal Acid-House-Partys besucht.

Paul Kalkbrenner

Apropos Ellen Allien: Paul Kalkbrenners erste Tracks wurden 1999 auf dem von Ellen Allien neu gegründeten Label Bpitch Control veröffentlicht. Im Gegensatz zu den düsteren, monotonen Klängen, die damals den Techno prägten, war Pauls Musik melodiöser und mit einem warmen, dubbigen Gefühl angereichert. Heute gehört der in Leipzig geborene DJ zu den Aushängeschildern der deutschen Szene.

Foto: Tomorrowland

Boys Noize

Der Berliner DJ und Produzent Alex Ridha, besser bekannt als Boys Noize, gab sein DJ-Debüt im Alter von 15 Jahren und brachte die Liebe eines Teenagers zu House und Techno auf eine globale Ebene. Ridha etablierte sich als einer der weltweit herausragendsten Zauberer hinter den Decks, nicht nur technisch, sondern auch als Showman. Seine Auftritte sind ebenso mitreißend wie unvergesslich und er wurde vom Rolling Stone Magazin 2012 zu einem der „The 25 DJs That Rule the Earth“ ernannt.

Monika Kruse

Seit 1991 ist Monika Kruse aktiv und ihr Engagement und ihre natürliche musikalische Verbundenheit sind der Schlüssel zu ihrem Status als eine der beliebtesten und beständigsten Künstlerinnen des Techno seit mehr als 25 Jahren. Monikas Geschichte des Techno liest sich wie ein fesselnder Roman, der ein ikonisches Vierteljahrhundert des Raves einfängt und wir hoffen, dass sie bald wieder auf die großen Bühnen zurückkehrt und wünschen ihr weiterhin alles Gute.

WestBam

Er ist der Pionier der DJ-Kultur, DJ Number One, „Practising Maniac at Work“, Prophet der Raving Society, Hymnenschreiber für Millionen, Partymacher für mittlerweile über 15 Millionen Gäste in den vergangenen 30 Jahren, Autor und Philosoph der Dancekultur – WestBam ist eine lebende Legende und eine der schillerndsten Persönlichkeiten der internationalen Musikszene und darf hier auf keinen Fall fehlen.

Felix Jaehn

Der Hamburger Felix Jaehn ist noch nicht ganz so lange im Geschäft dabei wie WestBam, aber lang genug, um hier ebenfalls aufzutauchen. Mit seinem Remix des OMI-Songs „Cheerleader“ im Jahr 2014 avanciert er nicht nur zu einem der gefragtesten Musiker Deutschlands, er landet auch einen Nummer-eins-Hit in den USA.

Foto: Victor Schanz

Diese Liste ist bei Weitem nicht abschließend, denn Deutschland hat eine lebendige und blühende DJ-Szene, die ständig neue Talente hervorbringt. Deswegen hier jetzt noch ein paar Namen in völlig willkürlicher Reihenfolge:

  • Moguai
  • Tujamo
  • Alle Farben
  • Tom Novy
  • Talla 2XLC
  • Dr. Motte
  • DJ Hell
  • Da Hool
  • Claptone
  • Marusha
  • Boris Brejcha
  • Topic
  • Solomun
  • Oliver Koletzki
  • Chris Liebing
  • Purple Disco Machine
  • Kai Tracid
  • Cosmic Gate

Fotocredit: Rukes

Kommentar: Stella Bossi demaskiert die Techno-Szene

Am Wochenende hat Stella Bossi mit ihrer Unfreundlichkeit beim Set-Wechsel gegenüber Pappenheimer eine Menge Hass auf sich gezogen. Die Kommentarspalten sind voller Häme und Beleidigungen und die Techno-Szene zeigt sich von ihrer leider immer noch misogynen Seite – findet zumindest unser Korrespondent Henri Johna.

Die Szene zeigt ihre hässliche Fratze – aber nicht so wie ihr denkt

„Göre“, „Fake Bitch“, „Arrogante Olle“ – diese und ähnliche Begriffe findet die Techno-Netzgemeinde aktuell für Stella Bossi. Die sonst nicht gerade für große Einigkeit bekannte Community zeigt sich aktuell geschlossen wie nie: Stella Bossi = kacke. Wie konnte es so weit kommen?

Für alle, die vom Algorithmus dieses Beefs bisher verschont wurden oder einfach die letzten schönen Tage des Jahres nicht auf Social Media verbracht haben, kommt hier die Kurzfassung: Am Wochenende spielt auf einem Event in Stuttgart Stella Bossi das Closing-Set, vor ihr ist Pappenheimer dran. Letzterer spielt etwas länger, weil erstere sich verspätet. Beim Set-Change gibt’s Ärger, weil Stella bzw. ihr Team das Set von Pappenheimer in Eigenregie beendet, ihm den Vogel zeigt und dann von der Bühne verweisen lässt.

Das Ganze wäre wohl noch vor wenigen Jahren eine Geschichte geworden, die man sich im Backstage oder auf der Clubtoilette erzählt, unsicher dessen, ob sie wirklich stimmt. Im Jahr 2023 gibt’s das ganze Schauspiel halt auf Video und schon am nächsten Morgen auf Hunderttausenden von Handybildschirmen. Was folgt, ist einer der krassesten Shitstorms, die die Techno-Szene je erlebt hat.

@partynewsberlin

erst kam @Stella Bossi Minuten zu spät, dann schmeißt sie Pappenheimer respektlos von der Bühne. Er durfte nicht mal den Track ausspielen und sich von den Fans verabschieden und sollte mit betreten von Stella Bossi sofort verschwinden 😮 #stellabossipappenheimer #stellabossi #pappenheimer

♬ Originalton – Party News Berlin

Die Rache der alten Garde

Ich möchte nicht darüber schreiben, ob der Shitstorm gerechtfertigt ist oder nicht. Bis auf ein kolossales Versagen des Stagemanagers lässt sich von dieser Situation nur weniges gesichert feststellen. Ich möchte darüber reden, welche Form dieser Shitstorm inzwischen angenommen hat. Und wie demaskierend es ist, was so mancher Vertreter der Zunft über Stella Bossi von sich gibt.

Die drei Beleidigungen oben – und man findet sie und ähnliche zuhauf in den Kommentarspalten und Feeds, haben eines gemeinsam: Sie beziehen sich darauf, dass Stella Bossi eine Frau ist. Und das ist kein Zufall.

Dieser Fall bekommt unter anderem auch deswegen so viel Aufmerksamkeit, weil er in das Narrativ vieler männlicher DJs und sonstiger Techno-Vertreter passt: Die arroganten Frauen, die undankbaren Weiber, die nehmen uns hier die Plätze weg. Wer behauptet, dass dieses Gedankengut hinter den Kulissen der Techno-Szene nicht weitverbreitet ist, belügt sich selbst. Und dieser Shitstorm führt es uns mit seiner Intensität vor Augen.

Beweis gefällig? Unter dem Post von Pappenheimer solidarisiert sich Lilly Palmer mit Pappenheimer – und bekommt vom aufgebrachten Mob erst mal zu hören, wie fake sie doch sei. Noch Fragen?

Männergrippe für die Seele

Natürlich treibt es die Szene vom Wochenende auf geradezu urkomische Art auf die Spitze. Stella Bossi, die Headlinerin, das Phänomen der Stunde dreht dem alteingesessenen Pappenheimer, einem der ganz hart gesottenen Haudegen, den Saft ab und schmeißt ihn von der Bühne. Wer das als Drehbuch abgibt, bekommt sicher zu hören: „Ist das nicht ein wenig zu offensichtlich?“

Vielleicht ist aber genau diese Zuspitzung das, was der ein oder andere gebraucht hat, um mal offensiv mithilfe der eigenen Rhetorik auszuposaunen, was sich viele davor nur gedacht haben. Die Zeiten der 99 % männlichen Line-ups sind vorbei, die alten Männerseilschaften fangen auch in der Techno-Szene an, sich etwas zu lösen. Und diejenigen, die es noch vor wenigen Jahren dank Pimmelberger-Bonus kontinuierlich auf die Bühne geschafft haben, bekommen heute vielleicht nicht mehr so viele Gigs. Gut so.

Aus all dieser fragile masculinity, aus all dieser empfundenen Ungerechtigkeit, die nichts Weiteres ist als das langsame Wegfallen von zuvor genossenen Privilegien, wird nun Stella Bossi gecancelt. Für eine Aktion, die sich genug männliche Headliner so oder ähnlich mehrfach im Jahr genehmigen. Selective Outrage vom Feinsten.

Dear Techno, you have become your own worst enemy

Also, liebe Techno-Community: Do better! Wer sich als Szene als Rückzugsort für die von der Gesellschaft Geächteten oder zumindest ungerecht Behandelten sieht, der muss anders streiten können. Denn egal, wie sehr einem das Verhalten einer Frau sauer aufstößt … wer dann reflexhaft von „Gold Digger“ und „Fake Bitch“ und ähnlichem redet, der klingt genauso wie die Männer in den Anzügen aus den Chef-Etagen, wenn mal ausnahmsweise eine Frau befördert wird. Und wie cringe wäre das denn bitte für euch?

PS: Hört auch mal mit dem ganzen TikTok-Gehate auf. Wenn ihr Leuten auf euren Plattformen eine coole Umgebung bietet, werden sie auch dort aktiv. Aber mit diesem toxischen Verhalten? Na ja…

Fotocredit: Stella Bossi (Press Pic)

Die Geheimnisse der Musikindustrie: Ein Blick durch die Augen von Michael Obergfell

In der heutigen Musikindustrie stehen viele aufstrebende Künstler vor denselben Herausforderungen. Doch Michael Obergfell, ein erfahrener Artist-Manager aus Berlin und Mitbegründer von 4AA, gibt wertvolle Einblicke, die oft im Verborgenen bleiben. Das hier ist ein Gastkommentar von ihm.

Was dir niemand aus der Musikindustrie sagen wird

Alle Musikprojekte stehen vor genau denselben Herausforderungen. Nur haben sich die Profis schon durchgekämpft. Das wurde mir nach mehreren Jahren in der Branche klar.

Lass mich mal eine wilde Behauptung aufstellen: Du fühlst dich überfordert.

Und du hast überhaupt keine Zeit für all die Dinge, von denen du weißt, dass du sie tun solltest, um deine Karriere voranzutreiben. Zum Beispiel:

  • neue Musik schreiben und produzieren
  • mehr Content erstellen (wann hast du zum letzten Mal auf TikTok gepostet?)
  • mehr live spielen
  • ein Label suchen
  • dein neues Release promoten
  • deinen Content planen

Die Liste geht immer weiter, stimmt’s?

Foto: Gustavo Fring

Let me tell you one thing: Du bist mit diesem Gefühl nicht allein.

Aber hast du dich mal hingesetzt und dich gefragt: „Was möchte ich in den nächsten 3 Jahren mit all dem hier erreichen?“ Das hast du nicht. Du folgst den großen Stars deines Genres auf Social Media. Du merkst, dass Welten zwischen dir und ihnen liegen und siehst keinen Weg, jemals selbst so weit zu kommen. Das überfordert und frustriert dich.

Was möchtest du tatsächlich in den nächsten drei Jahren mit deinem Projekt erreichen?

Diese Frage ist entscheidend. Sie gibt dir eine Vision, ein Ziel, einen Weg. Etwas, auf das du deine Bemühungen fokussieren kannst. Deine Antwort auf diese Frage lautet jetzt wahrscheinlich so etwas wie: „Ich möchte von meiner Leidenschaft leben können.“ Gut, wir sind einen wichtigen Schritt weiter!

Wie viel benötigst du, um von deiner „Leidenschaft“ leben zu können? Sind es 60.000 € pro Jahr? 100.000 € pro Jahr? Hast du einen Partner und benötigst 200.000 € pro Jahr? Wähle jetzt deine Zahl und lass uns etwas rechnen.

Um 100.000 € pro Jahr zu verdienen, benötigst du eine Person, die dir jedes Jahr 100.000 € gibt. Das wäre jedes Jahr ein großer Plattenvertrag. Aber ist das realistisch? Oder du bekommst 1.000 Leute dazu, dir jedes Jahr 100 € zu geben. Etwa deine 1.000 größten Fans. 100 € pro Jahr sind ungefähr 8,50 € im Monat.

Pause – das bedeutet: 1.000 Menschen, die dir 8,50 € pro Monat geben, würden dir ermöglichen, von deiner Leidenschaft zu leben? Das ist wahrscheinlich das erste Mal, dass du diese Rechnung machst. Wie fühlt sich das an?

Foto: cottonbro studio

Du siehst, wohin das führt, oder?

Und es spielt dabei keine Rolle, wie das Geld zu dir kommt. Das könnte passieren durch:

  • Tickets
  • Merchandise
  • Musikverkäufe
  • Streaming

Die Frage lautet jetzt: „Wie kann ich 1.000 Leute dazu bringen, mir jeden Monat 8,50 € zu geben?“ Die gute Nachricht ist: Wenn du eine Person dazu bringen kannst, dir 8,50 € zu geben, kannst du auch 1.000 Menschen dazu bringen, dir 8,50 € zu geben.

Also, was bringst du an den Tisch, sodass jemand bereit ist, dir 8,50 € im Austausch für deine Kunst zu geben?

Hier musst du als Künstler einen echten Mehrwert liefern. Und hier werden 95 % von euch scheitern. Es deine Aufgabe, für deine Fans Identifikation zu schaffen durch:

  • deine persönlichen und einzigartigen Perspektiven
  • die gemeinsame Sprache, die du mit deinen Fans sprichst
  • eure geteilten Emotionen und Erfahrungen
  • deine Fans so fühlen zu lassen, als würdet ihr euch kennen, weil du verstehst, was sie bewegt.

Das ist der Punkt, an dem deine eigentliche Arbeit als kreative Persönlichkeit beginnt. 

Aber wenn du diese Frage für dich selbst lösen kannst, bist du auf dem Weg, dein Traumleben tatsächlich zu realisieren.

Du als Künstler warst noch nie mächtiger als heute. Du hast alles, was du brauchst, und niemand kann dich daran hindern, deine Ziele zu erreichen. Außer du selbst.

Du hältst dich zurück, weil du nicht weißt, wohin du willst. Und du hältst dich zurück, weil du nicht weißt, welchen Mehrwert du bietest.

Folgt mir auf Instagram und X (ehemals Twitter), falls euch dieser Artikel gefällt oder schreib eine Mail an Hello@4artists.agency.

Fotocredit: Zac Bromell / Michael Obergfell

Im Rampenlicht: Wie Topic die EDM-Szene im Sturm erobert hat

Er zählt zu den Aushängeschildern der deutschen EDM-Szene und ist aus dem Radio, den Charts und von den Festivals nicht mehr wegzudenken: Topic. Der Solinger hat das geschafft, wovon viele Nachwuchstalente träumen und ist dabei sich und seinem Stil immer treu geblieben.

Vom Background-Produzenten zur eigenen Platinplatte: So startete Topic ins Musikbusiness

Bevor Tobias Topic unter seinem Alias Topic das DJ-Rampenlicht eroberte, war er bereits vielen im Musikgeschäft als erfolgreicher Produzent bekannt. Unter anderem hat er für und mit Kayef gearbeitet und unterstützte diesen tatkräftig bei zahlreichen Tracks. Ebenfalls machte er sich im Hintergrund des Albums „Löwenkind“ von YouTube-Star Liont einen Namen.

Ende 2014 startete Topic dann mit seinem Soloprojekt durch. Seine erste Nummer „Light It Up“ erreichte auf YouTube mehrere Millionen Aufrufe und auch sein Debütalbum „Miles“ konnte im darauffolgenden Jahr eine erste Fanbase generieren. Den ersten großen Mega-Erfolg schaffte Topic allerdings mit seiner Single „Home“ zusammen mit Nico Santos. Hiermit erreichte der damals 23-Jährige nicht nur in Deutschland Platinstatus – auch Australien war hin und weg von dem Ohrwurm-Track.

Mit „Breaking Me“ zum internationalen Superstar

Nach einigen weiteren Solo-Songs, aber auch Kollaborationen, unter anderem mit Lena Meyer-Landrut, gelang Topic Ende 2019 / Anfang 2020 ein weiterer großer Schachzug seiner Karriere. „Breaking Me“, ein Track mit der Power-Stimme von A7S, wurde gleich in mehreren Ländern zum Hit und eroberte die Charts. Auch in den USA waren die Musikfans begeistert von der Nummer und platzierten sie sogar in den Billboard Top 100 auf Platz 53.

Neues Genre mit Topic42

Im Jahr 2020 hat Topic mit Topic42 ein neues Projekt gestartet. In diesem driftet der Solinger mehr in Richtung Hip-Hop, bleibt aber trotzdem seinem Signature-Sound treu. Unter anderem sind hierbei schon gemeinsame Tracks mit beispielsweise Samra zustande gekommen, als auch Remixe für Rap-Stars wie Bonez MC & RAF Camora.

„Ein Traum, der wahr geworden ist“: Topics Kollaboration mit Tomorrowland

Wie für fast jeden DJ war es ebenso Topics größter Wunsch, auf dem Tomorrowland aufzulegen. Schon 2015 besuchte er mit seiner besten Freundin, YouTuberin und Content-Creatorin Dagi Bee noch als Zuschauer das Festival und durfte schließlich 2022 selbst auf der legendären Mainstage performen. Überdies ist Tomorrowland auch musikalisch auf Tobias aufmerksam geworden und hat Releases auf dem hausinternen Label Tomorrowland Music ermöglicht.

Im Rahmen seiner ersten Tomorrowland-Show ist Topic außerdem Teil der Dokumentation „We Are Tomorrow“ geworden, die nach einer erfolgreichen Premiere während des Amsterdam Dance Events 2022 auf YouTube veröffentlicht wurde.

DJ Mag Top 100 DJs

Zum krönenden Abschluss des sehr erfolgreichen Jahres 2022 hat es Topic endlich unter die DJ Mag Top 100 DJs geschafft. Auf Platz 69 zählt er zu einem der höchsten Neueinsteiger.

Auch in diesem Jahr hast du hier wieder die Chance, beim DJ Mag Top 100 DJs Voting für deine Favoriten abzustimmen.

Fotocredit: Mats Bohle