Spotify geht an die Börse und macht Alles anders!

Spotify legt am ersten Tag stark zu

Es begann turbulent: Am Anfang des Handelstags konnte der New York Stock Exchange zunächst keinen einheitlichen Preis für die Unternehmsanteile von Spotify ermitteln. Erst am frühen Nachmittag gab es einen offiziellen Preis.

Mit 165,90 US-Dollar fiel dieser über 25% höher aus als der Referenzpreis von 132,50 Dollar. Damit war schon nach wenigen Stunden klar: Spotify hatte die eh schon hohen Erwartungen sogar noch übertroffen. Der Markt betitle den Wert des Unternehmens auf klar über den erwarteten 25 Milliarden Dollar.

Unorthodoxes Gewerbe, unorthodoxer Börsengang

Nicht nur die Art und Weise, wie der schwedische Streamingdienst die Musikindustrie umkrempelt ist bemerkenswert. Auch die Art, wie das Unternehmen erstmals an der Börse erschien war alles andere als gewöhnlich.

Die meisten größeren Firmen wählen für ihren Gang auf den Finanzmarkt ein so genanntes IPO (=Initial Public Offering). Hierbei erfolgt der Börsengang mit der Hilfe einer Bank oder anderer Finanzexperten.

Spotify hat sich dagegen für ein so genanntes „Direct Placement“ entschieden. Hierbei erfolgt der Börsengang ohne Hilfe eines Mittelmanns. Damit sind sowohl Vorteile, als auch Nachteile verbunden.

Zwar konnte Spotify durch den ungewöhnlichen Weg hohe Beraterkosten vermeiden. Allerdings waren (und sind) Aktionäre – allen voran die beiden Gründer – zunächst einem hohen Risiko ausgesetzt.

Ausblick auf die Aktie Spotify

Mit dem Public Listing ist dem von Daniel Ek und Martin Lorentzon gegründeten Unternehmen durchaus ein Erfolg gelungen. Zwar notierte die Aktie nach dem ersten Tag an der Börse nur noch bei gut 149, inzwischen sogar nur noch bei 141 US-Dollar. Allerdings entsprechen diese Preise auch der Strategie von Spotify. Schließlich hatte die Unternehmensführung zuvor mehrfach betont, dass sie sich von ihrem Listing keinen hohen Preisanstieg der Unternehmensanteile versprechen.

In der Zukunft wird Spotify seine Aktionäre davon überzeugen müssen, dass sich mit dem Geschäftskonzept der Firma auch Geld verdienen lässt. Denn die Tatsache, dass Streamingangebot der Schweden die Musikindustrie im Sturm erobert kann nicht über Alles hinwegtäuschen.

Seit der Gründung hat das Start-Up keinen Cent Profit gemacht. 2017 konnte man zwar einen Umsatz von 5 Milliarden Dollar (39% mehr als im Vorjahr) verbuchen. Trotzdem standen Ende des letzten Jahres kumulierte Verluste in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar in den Büchern.

Quelle: Spotify